#DressLikeAWoman: Warum Frauen öfter Kapuzenpullover tragen sollten

9. Februar 2017, 09:00
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Es gibt derzeit allerlei Anlass, in der Öffentlichkeit Gelassenheit auszustrahlen – kaum ein Kleidungsstück eignet sich dazu besser als der Kapuzenpullover

Kaum ein Kleidungsstück hat so ein lässiges Image wie der Kapuzenpullover. Das hat mit seiner Vergangenheit zu tun. Früher einmal trug man das baumwollene Oberteil mit dem Kopfstück zum Sport oder auf dem Sofa, während die Hände in die Chipssackerln wanderten. Wohl auch deshalb signalisiert der Hoodie größtmögliche Entspanntheit.

Seit einiger Zeit aber ist zu beobachten, dass das gute Stück nicht nur beim Netflix-Schauen, Herumhängen oder beim Plündern von Chipssackerln, sondern in so gut wie allen Lebenslagen übergestreift wird. Und das nicht nur von Leuten wie Mark Zuckerberg.

Weil es derzeit allerlei Anlass gibt, auch in der Öffentlichkeit Gelassenheit auszustrahlen, kann der Kapuzenpullover guten Gewissens im Blitzlichtgewitter getragen werden. Wie das geht, machte zuletzt Virgil Abloh vor.

Der Designer, der nicht nur für sein eigenes Label Off-White, sondern auch für den modischen Entspannungskünstler Kanye West arbeitet, gilt derzeit als heißer Anwärter auf den Designposten im Haus Givenchy.

foto: apa/afp/angela weiss
Wenn Paparazzis kommen, taucht Kanye West unter seiner Kapuze unter.

Was macht Abloh? Er begegnet solchen Gerüchten mit Coolness. Letztens hat der vielbeschäftigte Designer, der seine Anweisungen gern per Smartphone übermittelt, einen Vortrag an der Columbia University gehalten. Was er währenddessen trug? Einen schwarzen Hoodie natürlich.

foto: tommy hilfiger
Gigi Hadid wirbt für ihre Kollektion mit Tommy Hilfiger.

Der Hoodie wird schon länger geschlechterübergreifend getragen (Missy Elliott!), im Moment aber ist er unbdingbarer Bestandteil der heißesten weiblichen Streetstyle-Uniform: In einem Outfit möglichst viele Gegensätze miteinander zu vereinen gilt derzeit als hohe Kunst.

Deshalb kombinieren Bloggerinnen und Instagram-Stars wie Gigi Hadid den Kapuzenpulli (schön groß und körperfern geschnitten, 1990er-Jahre-Zitat!) gern mit verspielten Modeelementen wie Rüschen und Volants. Oder sie ziehen über das weiche Stück Baumwolle Bikerjacken aus Leder.

Beim dänischen Label Ganni werden im nächsten Herbst Lederjacken über Hoodies getragen.

Kurzum: Der Kapuzenpullover taugt nicht nur dazu, im öffentlichen Raum Entspanntheit zu signalisieren. Er funktioniert genauso gut als lässige Antwort auf Trumps Forderung nach "weiblichen Dresscodes". Der amerikanische Präsident hatte von seinem weiblichen Mitarbeiterstab gefordert, sich am Arbeitsplatz "wie Frauen zu kleiden". Was Trump darunter versteht, mag an den Outfits seiner Beraterin Kellyanne Conway abzulesen sein.

Es folgten unter dem Hashtag #DressLikeAWoman gleichermaßen empörte wie witzige Gegenentwürfe unzähliger Frauen. Dem wäre nun eigentlich nur noch der Hoodie hinzuzufügen. (feld, 9.2.2017)

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