"Kundschafter des Friedens": Reaktivierung der Ostzonen-Bonds

8. Februar 2017, 13:57
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Ehemalige Auslandsspione der DDR werden in Robert Thalheims Komödie von der Bundesrepublik noch einmal auf Mission geschickt

Als Kundschafter des Friedens wurden die Auslandsspione der DDR euphemistisch bezeichnet. In der gleichnamigen Komödie werden sie nun von der Bundesrepublik noch einmal auf Mission geschickt. Das ist zwar nicht rasend originell, aber durchaus amüsant zu beobachten.

vipmagazin

Regisseur Robert Thalheim lässt die ehemaligen Defa-Stars Henry Hübchen, Michael Gwisdek, Thomas Thieme und Winfried Glatzeder ein Team nicht mehr ganz fitter Ex-Profis formen. Die Rollenverteilung ist dabei klar: Hübchens Jochen Falk ist der Stratege, der mit der Aussicht auf eine Westrente und die Begleichung offener Rechnungen die besten Männer vergangener Tage reaktiviert: Der nach wie vor überzeugte Sozialist Jaecki soll als technisches Meisterhirn fungieren, der dem Kapitalismus deutlich weniger abgeneigte Locke als Logistiger und Frauenfreund Harry als stets kussbereiter Romeo-Agent.

Unterstützt von der ehrgeizigen BND-Agentin Paula (Antje Traue) gilt es einen abgängigen Kollegen (Jürgen Prochnow) und den Präsidenten der ehemaligen Sowjetrepublik Katschekistan ausfindig zu machen. Ihre Körper und die Welt sind seit ihrem letzten Einsatz freilich in einem anderen Zustand.

Neben dem Agentenfilm an sich nehmen die Kundschafter besonders die Differenzen zwischen Ost und West sowie Alt und Jung aufs Korn. Ensemble sei Dank kann man dem Spiel der Klischees und Stereotypen auch in seinen deutsch-deutschesten Momenten wohlwollend folgen – und erfährt ganz nebenbei auch noch die wohl dunkelsten Geheimnisse der Hannelore Kohl. (wall, 8.2.2017)

  • Letzte Mission: Vier in die Jahre gekommene  DDR-Auslandsspione werden reaktiviert.
    foto: stephanie kulbach

    Letzte Mission: Vier in die Jahre gekommene DDR-Auslandsspione werden reaktiviert.


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