VÖZ sieht "Gefahr für Medienvielfalt und Wettbewerb"

8. Februar 2017, 13:13
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Deutscher Medienkonzern zementiere mit ATV-Erwerb seine "marktbeherrschende Stellung"

Wien– Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) übt Kritik an der Übernahme des Privatsenders ATV durch die deutsche ProSiebenSat.1-Puls 4-Gruppe. "Als größte Privatsendergruppe hat ProSiebenSat.1Puls 4 schon heute eine eindeutig marktbeherrschende Stellung im Land – mit dem Erwerb von ATV verbliebe eigentlich nur noch Servus TV als genuin österreichisches Privatsender-Vollprogramm, mit einem Fernsehmarktanteil unter zwei Prozent. Von österreichischer Fernsehvielfalt könne dann eher nicht mehr gesprochen werden", so VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger in einer Aussendung. Der Deal wurde – wie berichtet – am Dienstag unterzeichnet. Erwartet wird, dass die Bundeswettbewerbsbehörde noch diese Woche die Auflagen zum Verkauf veröffentlicht.

"Weniger Abwechslung für das Publikum und langfristig höhere Preise für die gesamte Werbewirtschaft – über die Konsequenzen einer noch drastischeren Konzentration am Fernsehmarkt sollten sich die Wettbewerbshüter keine Illusionen machen", so Grünberger.: "Redaktionelle und publizistische Medienvielfalt braucht vor allem die Vielfalt selbständiger nicht verbundener Medienunternehmen, durch die eine Berichterstattung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Meinungen gewährleistet wird."

Dass die weitere Konzentration – wie vom Kartellgesetz in solchen Fällen gefordert – notwendig und volkswirtschaftlich gerechtfertigt sei, ist für Grünberger kein Argument: "Schließlich haben bereits mehrere Akteure ihr – kartellrechtlich weitaus unbedenklicheres – Kaufinteresse bekundet. Eine Einstellung des Senders ATV steht damit ohnedies nicht mehr im Raum." (red, 8.2.2017)

  • ProSiebenSat.1Puls 4 und ATV im TV-Markt.
    grafik: standard

    ProSiebenSat.1Puls 4 und ATV im TV-Markt.

  • VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger.
    foto: apa/georg hochmuth

    VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger.

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