Xperia XZ: Neue Sony-Flaggschiffe sollen in Superzeitlupe aufnehmen

Video25. Februar 2017, 09:49
31 Postings

"Motion Eye"-Sensor mit 3-Layer-CMOS und DRAM erfasst 1.000 Bilder pro Sekunde und minimiert Verzerrungen

Die Welt der Smartphone-Kameras ist im Wandel. Waren sie vor wenigen Jahren noch ein seltenes Feature, kommen nun immer mehr Geräte mit zwei Kameras auf den Markt, die in Kombination mit verbesserten Softwarealgorithmen für bessere Bilder sorgen sollen.

Doch auch an einer anderen Front der Entwicklung tut sich etwas. Sony hat nun den ersten in drei Lagen hergestellten CMOS-Sensor vorgestellt. Dieser soll besonders schnell arbeiten und unter anderem Superzeitlupe auf Smartphones bringen. Laut Pocket-Lint könnte der Chip, dessen Technologie offenbar den Namen "Motion Eye" trägt, schon am Mobile World Congress mit der nächsten Generation des Xperia XZ und Xperia XZ Premium debütieren.

Vierfache Steigerung

Stolze 960 Bilder pro Sekunde kann der noch unbenannte Kamerachip im Videomodus erfassen, und zwar in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel). Aktuell bewältigen Handykameras mit Zeitlupenfunktion mit 120 bis 240 Aufnahmen pro Sekunde, sind dabei aber oft auf 720p-Auflösung (1.280 x 720 Pixel) limitiert, um die Hardware des Handys nicht zu überfordern.

sony

Die vierfache Steigerung der Aufnahmerate schreibt Sony der dritten Schicht des Sensors zu. Im Gegensatz zu üblichen CMOS-Sensoren, die auf zwei Lagen notwendige Schaltkreise und eine Oberfläche aus lichtempfindlichen Pixeln vereinen, wird nun zwischen diesen beiden eine Speicherschicht verbaut. Dieser 125 MB fassende DRAM dient zur schnellen, temporären Zwischenspeicherung der Aufnahmen. Ein Bild kann innerhalb von 1/120-Sekunde mit einer maximalen Auflösung von 19,3 Millionen Pixel ausgelesen werden.

Weniger Verzerrungen

Motion Eye ermöglicht damit das Abspielen von Videos in extremer Zeitlupe, was allerdings die Dateigröße der Aufnahmen nach oben schraubt. Alternativ steht auch die übliche Verlangsamung mit 240 Bildern pro Sekunde zur Verfügung. Auch 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde und Fotos im RAW-Format beherrscht der Chip.

Die schnelle Bilderfassung bringt neben der starken Verlangsamung noch andere Vorteile. Nimmt man etwa mit einer Handykamera schnell bewegte Objekte wie Helikopter-Rotoren auf, so erscheinen diese auf dem Bild oft nicht nur sehr unscharf, sondern auch schief oder verbogen. Auch Verzerrungen dieser Art sollen durch die hohe Aufnahmegeschwindigkeit minimiert werden. Dabei soll sich die Highspeed-Aufnahme bei Bedarf automatisch aktivieren. (gpi, 25.02.2017)

  • Bisherige Handy-Kamerachips (hier am Sony Xperia Z3 compact) schaffen Zeitlupenaufnahme mit maximal 240 Bildern pro Sekunde.
    foto: derstandard.at/pichler

    Bisherige Handy-Kamerachips (hier am Sony Xperia Z3 compact) schaffen Zeitlupenaufnahme mit maximal 240 Bildern pro Sekunde.

    Share if you care.