Neues Verhütungsgel für Männer blockiert Spermien im Samenleiter

8. Februar 2017, 10:45
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Das Gel wurde erfolgreich an Affen getestet. Mit einem Lösungsmittel kann die Wirkung rückgängig gemacht werden

Ein neuartiges Verhütungsgel für Männer ist bei Affen erfolgreich getestet worden. 16 Affen, deren Samenleiter mit dem Gel verschlossen wurden, hatten während ihrer bis zu zwei Jahren andauernden Beobachtung keine Nachkommen gezeugt, berichteten Forscher in einer kürzlich veröffentlichten Studie. Bei Affen, die nicht mit dem Gel behandelt wurden, lag die Schwangerschaftsrate bei den Partnerinnen bei 80 Prozent.

Männer, die selbst verhüten wollten, stehen bisher vor keiner einfachen Entscheidung: Kondome empfinden viele Paare als störend, den Geschlechtsverkehr vor dem Samenerguss abzubrechen, gilt als äußerst unsichere Methode – und die Sterilisierung per Vasektomie, bei der die Samenleiter durchtrennt oder abgeklemmt werden, lässt sich nur schwer oder gar nicht mehr rückgängig machen.

Das von Forschern in den USA entwickelte Vasalgel, ein Kunststoffgel, das direkt in den Samenleiter injiziert wird und damit den Weg der Spermien blockiert, wurde zuvor bereits bei Kaninchen erfolgreich getestet. Die nun getesteten Rhesusaffen stehen als Primaten dem Menschen weit näher. Sie scheinen das Gel im Allgemeinen gut vertragen zu haben, berichteten die Forscher in der Fachzeitschrift "Basic and Clinical Andrology".

Schnell rückgängig machen

Der Vorteil des Gels ist demnach, dass die Behandlung auf Wunsch relativ einfach wieder rückgängig gemacht werden kann: Beim Test mit den Kaninchen wurde die Polymer-Blockade mit Hilfe eines Lösungsmittels aus Natriumbikarbonat wieder ausgespült, das durch seine Verwendung als Speisenatron bekannt ist. Bei den Rhesusaffen wurde der "Rückwärtsgang" noch nicht getestet.

Nach Angaben der gemeinnützigen Parsemus-Stiftung, die die Entwicklung des neuen Verhütungsmittels für Männer finanziert, ist ein klinischer Test des Vasalgels mit Menschen bereits in Vorbereitung. (APA, 8.2.2017)

  • Das Kunststoffgel wird direkt in den Samenleiter gespritzt.
    foto: istockphoto

    Das Kunststoffgel wird direkt in den Samenleiter gespritzt.

  • Rhesusaffen, denen das Gel injiziert wurde, hatten über einen langen Zeitraum keine Nachfahren gezeugt.
    foto: apa/dpa/uwe anspach

    Rhesusaffen, denen das Gel injiziert wurde, hatten über einen langen Zeitraum keine Nachfahren gezeugt.

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