Dorfsterben: Eine Bestandsaufnahme

    User-Diskussion20. Februar 2017, 08:00
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    Idylle und Realität treffen aufeinander. Wie wird mit Landflucht in Ihrem Heimatort umgegangen, und welche Maßnahmen braucht es für eine Belebung in kleinen Gemeinden?

    Eine idyllische Landschaft. Glückliche Kinder hüpfen über die Wiese. Manche essen einen frisch gepflückten Apfel. Alle Dorfbewohner kümmern sich umeinander, und gemeinsam lebt man zufrieden und glücklich in dieser Gemeinschaft. Denken Städter an das Landleben, tauchen Bilder aus "Wir Kinder aus Bullerbü" auf. Die Realität schaut dann doch etwas anders aus.

    Junge Menschen verlassen die Dörfer und ziehen in städtische Gebiete. Gründe dafür: Arbeitsplätze sind ebenso kaum vorhanden wie Infrastruktur. Man muss langes Pendeln einkalkulieren. Selbst zum Einkaufen braucht man ein Auto, da auch kleinere Greißler geschlossen haben, weil die Kundschaft nicht zum Überleben reicht.

    Dorf schrumpft, Stadt wächst

    Wie die Bevölkerung in Österreich 2030 verteilt sein könnte, zeigen die Prognose-Landkarten der Österreichischen Raumordnungskonferenz. Denen zufolge wird Wien ein Plus von 17,6 Prozent verzeichnen und 2,08 Millionen Einwohner zählen. Aber auch alle anderen Bundesländer – bis auf Kärnten – werden wachsen, allerdings nur in städtischen Gebieten. Den größten Bevölkerungsschwund wird es in der obersteirischen Mur-Mürz-Furche und Kärnten abseits des Zentralraumes Klagenfurt-Villach geben. Murau, Hermagor und dem Bezirk Zwettl steht ein enormes Schrumpfen bevor.

    Was tun gegen das Dorfsterben?

    Die Frage, wie man mit verwaisten Dörfern umgehen soll, stellen sich Raumplaner und Ökonomen. Es brauche eine Vision, wie ein Dorfbild in geschrumpfter Form aussehen soll, sagt Daniel Müller-Jentsch, Volkswirt im wirtschaftsliberalen Züricher Thinktank Avenir Suisse. Politisch würde ein Schrumpfen aber eher als Niederlage gelten, und daher wird es wohl kaum angedacht. Ein User schreibt, dass Zuzug gefördert werden müsste:

    Dieser User hat drei radikale Vorschläge:

    Wie nehmen Sie die Landflucht in Ihrer Gemeinde wahr?

    Wie kann ländliches Leben attraktiver gestaltet werden? Gibt es Bemühungen, junge Menschen am Land zu halten? Wie hat sich Ihr Heimatdorf im Laufe der Zeit verändert? Erzählen Sie von Ihren Erfahrungen vom Landleben! (Judith Handlbauer, 20.2.2017)

    • Ein kleines idyllisches Haus im Dorf.
      foto: robert newald

      Ein kleines idyllisches Haus im Dorf.

    • Verwaiste Straßen prägen das Ortsbild.
      foto: robert newald

      Verwaiste Straßen prägen das Ortsbild.

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