Israel: Dutzende ultraorthodoxe Juden bei Protesten festgenommen

8. Februar 2017, 08:44
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Strenggläubige stemmen sich gegen Wehrdienst

Jerusalem – Bei gewaltsamen Demonstrationen in Israel sind am Dienstagabend rund 50 ultraorthodoxe Juden festgenommen worden. Hunderte von Demonstranten hätten an verschiedenen Orten, darunter auch Jerusalem, Straßen blockiert und sich Konfrontationen mit Sicherheitskräften geliefert, berichtete das Fernsehen am Mittwoch. Drei Polizisten seien dabei verletzt worden, teilte eine Polizeisprecherin mit.

Auslöser der Proteste war die Festnahme eines jungen ultraorthodoxen Juden, der sich dem Armeedienst entziehen wollte. In den vergangenen Wochen war es in Israel immer wieder zu ähnlichen Demonstrationen gekommen.

Männer müssen in Israel fast drei Jahre Wehrdienst ableisten, Frauen zwei Jahre. 2014 wurde auch die Wehrpflicht für strengreligiöse Juden eingeführt, die zuvor davon ausgenommen waren. Viele der Reformen sind jedoch inzwischen wieder aufgehoben worden. Zahlreiche ultraorthodoxe Juden lehnen es aber sogar ab, sich aktiv um eine Befreiung vom Wehrdienst zu bemühen. Vor diesem Hintergrund war es zuletzt zu mehreren Festnahmen von strengreligiösen Wehrdienstverweigerern gekommen. (APA, 8.2.2017)

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