Fernseher im Schlafzimmer

Kolumne14. Februar 2017, 09:39
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Teil des Gesamtkonzepts oder eh nie was Gescheites in dem Kastl

foto: apa/kaslt/dpa

Pro
von Doris Priesching

Es gibt nur einige wenige Dinge, die man im Bett nicht machen kann. Fahrräder reparieren zum Beispiel. Oder Heidelbeermarmelade einkochen. Okay, das ist albern, aber was damit gesagt sein soll: In der Zurückgezogenheit des Schlafraums ist nahezu alles erlaubt, das Bett ist wertfreie Zone, Federnleo gewissermaßen oder anders gesagt: In meiner Harpfe bin ich Kapitän.

Überhaupt sollten Menschen mehr Zeit im Bett verbringen. Die U-Bahnen wären weniger voll, an den Supermarktkassen die Warteschlangen kürzer. Auf lange Sicht ließe sich damit sogar der Weltfrieden sichern: Die Waffen nieder, ab in die Heia! Und ja nicht einschlafen, denn Schlafen ist das Bild des Todes, so sagte schon der alte Cicero.

Und das Beste: Jeder darf Lieblingsspielsachen mitbringen. Ob Mensch, Tier, Stofftier, selbst elektronisches Gerät ist erlaubt. Der Fernseher ist Teil dieses stimmigen Gesamtkonzepts und sollte auf keinen Fall fehlen.

Und wer sich bei köstlichen Anblicken von "Game of Thrones", "House of Cards" und "Sherlock" nicht niederlegt, ist selbst schuld. Ahoi!

Kontra
von Michael Möseneder

Gut, fairerweise muss man vorausschicken, dass der Verfasser dieser Zeilen in Fragen der televisionären Empfangsgeräte jetzt nicht, nun ja, überqualifiziert ist. Er hat nämlich gar keinen Fernseher. Erstens spart man sich einiges an Gebühren, und zweitens ist eh nie was Gescheites in dem Kastl zu sehen.

Mitschreiben kann er zum Thema Fernsehen im Schlafzimmer aber dennoch. Denn besucht man seine Eltern oder nächtigt in einem Hotel, steht das Ding ja herum und starrt einen mit seiner schwarzen Scheibe an. Also greift man doch zur Fernbedienung, man will ja nicht unhöflich sein.

Bum, schon ist man gefangen. Entweder das Programm ist wider Erwarten spannend, dann kann man nicht einschlafen. Oder man schläft ein und ärgert sich, sobald man mitten in der Nacht wieder hochschreckt, dass man nicht weiß, wie Film/Serienteil/Dauerwerbesendung ausgegangen ist.

Und überhaupt ist die Sache in der Nacht nicht ungefährlich. Hat man ja in "Poltergeist" gesehen. Im TV. (RONDO, 14.2.2017)

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