ORF-Chef Wrabetz fordert nach "Anschluss" Auflagen

7. Februar 2017, 16:29
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Wrabetz-Wortwahl sorgt für Aufregung

Wien/Unterföhring – ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz fordert nach der Übernahme von ATV durch die ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe Auflagen für den Deal. Für Kritik sorgte dabei Wrabetz' Wortwahl. Der ORF-Chef bezeichnete den Verkauf von ATV an den Österreich-Ableger des deutschen Privat-TV-Konzerns ProSieben.Sat1 als "Anschluss".

Nach dem Bekanntwerden der Übernahme von ATV durch die ProSieben-Gruppe twitterte der ORF-General am Dienstagnachmittag: "ATV-Anschluss an deutschen P7-Konzern perfekt.Auflagen zum Schutz österreichischer Medien vor deutscher Marktmacht notwendig.BWB am Zug." Hinter der Abkürzung BWB versteckt sich die Bundeswettbewerbsbehörde.

Beim künftigen ATV-Eigentümer ProSiebenSat.1-Puls 4 sorgte Wrabetz' Äußerung für Kritik. Von einer "unglaublichen Wortwahl" sprach Puls 4-Infochefin Corinna Milborn. "So ein Begriff von höchster Stelle des öffentl-rechtlichen Rundfunks. Ich finde das wirklich skandalös", meinte Milborn via Twitter.

In Österreich wird mit dem Begriff vor allem der "Anschluss" Österreichs an Nazi-Deutschland beziehungsweise die Besetzung Österreichs durch das nationalsozialistische Deutsche Reich im März 1938 assoziiert. Wrabetz hatte den deutschen Privat-TV-Konzernen schon früher "Kolonialoffiziersmentalität" in Österreich vorgeworfen. (APA, 7.2.2017)

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