Maastricht-Vertrag: Wiege des Euro samt unbequemer Kriterien

7. Februar 2017, 16:30
3 Postings

Am 7. Februar 1992 unterfertigten Regierungschefs in einer der ältesten Städte der Niederlande den gleichnamigen Vertrag

Wien – Eigentlich war es ein großer Wurf, den das damals zwölf Staaten umfassende integrationswillige Europa am 7. Februar 1992 besiegelt hatte. Die Regierungschefs unterfertigten in Maastricht, einer der ältesten Städte der Niederlande, den gleichnamigen Vertrag, der dem bisherigen Fundament europäischer Gemeinschaften die Europäische Union (EU) als übergeordneten Verbund aufsetzte. Damit wurde die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik ebenso wie die Zusammenarbeit bei Justiz und Innerem auf Schiene gebracht. Zudem wurden die Bestimmungen zur Schaffung der Wirtschafts- und Währungsunion eingeführt, die unter anderem die als Maastricht-Kriterien bekanntgewordenen Regeln für eine gemeinsame Währung definiert.

Doch die als dauerhaft festgelegten Kriterien der Haushaltsstabilität, nämlich ein Defizit unter drei Prozent und Schulden von weniger als 60 Prozent des BIP, waren de facto das Papier nicht wert, auf dem sie vereinbart wurden. Die Neuverschuldungsgrenze wurde bereits vor der Finanzkrise gern missachtet, und danach scheiterten viele Staaten, auch Österreich, Jahr um Jahr an der Höchstverschuldung. Dass Griechenland auf Basis geschönter Zahlen in den Euro gerutscht war, ist folglich nur die Spitze jenes Eisbergs, an dem die Währungsunion nach 2010 zu zerschellen drohte. (aha, 7.2.2017)

  • Artikelbild
    foto: apa/afp/sophie mignon
Share if you care.