Slowakei 2016 mit historisch niedrigster Kriminalität

7. Februar 2017, 15:28
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2016 gab es 500 Raubüberfälle und 60 Morde. Das ist ein Rückgang von 40 Prozent in den letzten zehn Jahren

Bratislava – Die Slowakei scheint zu einer Insel der Sicherheit zu werden. Die Kriminalität ist in den vergangenen zehn Jahren um 40 Prozent zurückgegangen und erreichte laut aktuellen Polizeiangaben 2016 das historisch niedrigste Niveau in der Geschichte des Landes seit Erlangen der Souveränität von Tschechien 1993, berichtete die linksliberale slowakische Tageszeitung "Pravda" am Dienstag.

Die Gesamtzahl der Delikte ist demnach von mehr als 115.000 im Jahr 2006 auf 69.600 im Vorjahr zurückgegangen. Während noch vor zehn Jahren täglich 414 Straftaten begangen wurden, waren es 2016 lediglich 190 pro Tag.

Konkret ist es im Jahr 2006 im Land zu 1.600 Raubüberfällen und 89 Morden gekommen, 2016 waren es hingegen 500 Raubüberfälle und 60 Morde. Die Zahl der gestohlenen Fahrzeuge ging ebenfalls von mehr als 5.200 auf knapp 1.700 zurück.

Auch im Jahresvergleich ist die Kriminalitätsrate erneut um fünf Prozent zurückgegangen. Dabei wurden vor allem weniger Vermögensstraftaten verzeichnet. Die Zahl der Gewaltstraftaten ist hingegen gegenüber 2015 um rund 700 Fälle angestiegen, was das Innenministerium einer wesentlich strengeren Vorgangsweise und kompromissloser Beurteilung vor allem bei häuslicher Gewalt zuschreibt.

Mit der niedrigsten Zahl an Morden, 1,1 pro 100.000 Einwohner, bleibt die Slowakei dennoch das sicherste Land im Vergleich mit den übrigen Staaten der Visegrád-Gruppe Polen, Tschechien und Ungarn, hieß es. Die Aufklärungsrate lag 2016 bei knapp 57 Prozent und damit auf einem stabilen Niveau. Zu den gefährlichsten Regionen des Landes zählten weiterhin die Großstädte Bratislava und Košice.

Der sinkenden Trend wird unter anderem der verbesserten Prävention zugeschrieben. Einige Experten im Land sind dennoch der Meinung, Polizeistatistiken allein spiegeln längst nicht wider, ob sich Menschen tatsächlich sicherer fühlen. Schuld sei, dass die Polizei ihre Erfolge oft nicht ausreichend präsentiert und auch mehrere große, von Medien verfolgte Fälle weiterhin nicht aufgeklärt wurden. (APA, 7.2.2017)

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