Vier Vorarlberger Städte überlegen Bewerbung für Kulturhauptstadt 2024

7. Februar 2017, 14:55
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Bregenz, Dornbirn, Hohenems und Feldkirch diskutieren eine gemeinsame Kandidatur für die Europäische Kulturhauptstadt 2024. Noch sucht man den roten Faden

Hohenems – Ortsgrenzen sind im Vorarlberger Rheintal nur schwer auszumachen. 250.000 Menschen bewohnen die dicht besiedelte Agglomeration. Die vier Rheintalstädte Bregenz, Dornbirn, Hohenems und Feldkirch üben sich nun in der Überwindung des Kirchturmdenkens und überlegen eine gemeinsame Bewerbung um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2024. Über den "ergebnisoffenen Prozess" berichteten die Bürgermeister am Dienstag im Jüdischen Museum Hohenems.

Ein Jahr haben die Städte noch Zeit, einen gemeinsamen roten Faden zu finden und ihre Bewerbung einzureichen. Schon Ende 2017 soll feststehen, wer Bannerstadt sein will. Andrea Kaufmann (VP), Bürgermeisterin von Dornbirn, der mit 50.000 Menschen größten Stadt, sieht die Sache entspannt: "Wer das Fähnchen trägt, ist für mich zweitrangig."

Zusammenarbeit und Diskurs

Markus Linhart (VP), Bürgermeister der Landeshauptstadt, der seine Stadt gerne als Kulturhauptstadt des Landes bezeichnet, geht es "nicht um eine Plakette", sondern um den Prozess. In den Diskussionsprozess investieren die vier Städte 305.000 Euro, berichtet der Hohenemser Bürgermeister Dieter Egger (FPÖ), für den der Weg in die Zukunft "Kooperation über die Grenzen hinaus heißt".

Zusammenarbeiten will man auch mit der Bevölkerung, sagt der Feldkircher Stadtchef Wilfried Berchtold (VP). In fünf Denkwerkstätten und zehn öffentlichen Veranstaltungen wolle man mit Kulturschaffenden und Bevölkerung diskutieren.In der Kulturabteilung des Landes beobachtet man das Geschehen mit Interesse. Wichtig sei, so Vorstand Winfried Nußbaummüller, den Diskurs zu pflegen, kritische Stimmen zu hören und alle Regionen miteinzubeziehen. (Jutta Berger, 7.2.2017)

  • Gemeinsam für Kultur der Zusammenarbeit: die Bürgermeister Linhart, Kaufmann, Berchtold, Egger (v. li.).
    foto: johannes neumayer

    Gemeinsam für Kultur der Zusammenarbeit: die Bürgermeister Linhart, Kaufmann, Berchtold, Egger (v. li.).

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