Gescheiterte Sanierung: Millionenpleite der FS Agrartech GmbH

Video7. Februar 2017, 14:36
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Insolvenzschulden von mehr als 68 Millionen Euro

Ort im Innkreis – Das Sanierungsverfahren der insolventen oö. Landmaschinenfirma BISO Schrattenecker mit Hauptsitz in Ort im Innkreis ist gescheitert. Die Nachfolgefirma FS Agrartech GmbH musste ein Konkursverfahren mit Passiva von 68,4 Mio. Euro und Aktiva von 1,7 Mio. beim Landesgericht Ried beantragen. Das berichteten die Gläubigerschutzverbände Creditreform und KSV in Presseaussendungen am Dienstag.

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Das Unternehmen wurde 1992 gegründet und beschäftigt sich mit der Erzeugung, Handel und Reparatur von Landmaschinen sowie Objektvermietung. Es gibt diverse Tochterfirmen in Mittel- und Osteuropa. 2015 wurde ein Sanierungsverfahren mit einer Quote von 20 Prozent eröffnet. Die ersten beiden Raten zu je 5 Prozent konnten bezahlt werden. Die letzte, die Anfang Oktober 2017 fällig wäre, kann nun nicht mehr erfüllt werden.

Internationaler Partner gesucht

Für die inzwischen in FS Agrartech GmbH umbenannte Firma sei ein internationaler Partner gesucht und laut Konkursantrag in einem der Geheimhaltungspflicht unterliegenden deutschen Betrieb gefunden worden. Einen Tag vor der Vertragsunterzeichnung habe aber der deutsche Partner abgesagt. Daraufhin habe die finanzierende Hausbank die Unterstützung eingestellt. Damit trat die Zahlungsunfähigkeit ein und der Weg zum Konkursgericht musste beschritten werden.

Wegen mangelnder Liquidität besteht keine Möglichkeit zur Fortführung des Unternehmens. Von der Insolvenz sind 22 noch angestellte Mitarbeiter sowie rund 490 Gläubiger – unter ihnen auch etwa 80 ehemalige Dienstnehmer – betroffen. Der KSV rechnet mit einer baldigen Eröffnung des gerichtlichen Verfahrens zur Abwicklung der Pleite: "die größte Insolvenz in diesem Jahr in Österreich in Bezug auf die Höhe der Gesamtschulden", heißt es in seiner Aussendung. (APA, 7.2.2017)

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