Neapel: Hohe Kinder-Krebsrate durch illegale Mülldeponien

    7. Februar 2017, 13:00
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    Laut Gesundheitsinstitut erkranken in "Feuerland" Kinder und Erwachsene häufiger an Krebs als in anderen Regionen

    Neapel – Bürgerverbände schlagen wegen zahlreicher Krebsfälle unter Kindern in der von der Mafia kontrollierten Gegend in Kampanien Alarm. Schuld ist laut italienischem Gesundheitsinstitut die illegale Müllentsorgung. "Allein in den vergangenen drei Wochen sind acht Kinder im Alter zwischen sieben Monaten und elf Jahren an einem bösartigen Tumor gestorben", sagte eine Sprecherin des Komitees "Opfer des Feuerlands".

    Mit "Feuerland" (Terra dei Fuochi) ist die Region zwischen Neapel und der Stadt Caserta gemeint. Der Name leitet sich von den Hunderten brennenden Mülldeponien ab, wo die Mafia riesige Mengen von Haushalts- und Industriemüll sowie Sonderabfall illegal ablagert und verbrennt – mit gravierenden Folgen für die Bewohner. Das Geschäft mit der Abfallentsorgung wird von einigen einflussreichen Clans der Camorra beherrscht.

    Wegen der Entsorgung von Giftmüll sei die Zahl der Krebserkrankungen in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen, hatte das Gesundheitsinstitut im Jänner bekanntgegeben. Die krankheitserregenden Folgen der Umweltmisere betreffen auch Erwachsene, die häufiger als in anderen Teilen Italiens an Magen-, Leber-, Nieren- und Lungentumor erkranken, berichteten Experten. Schätzungen zufolge wurden in den Jahren 1991 bis 2013 rund zehn Millionen Tonnen Industrieabfall in dem Landstrich verbrannt, obwohl offene Mülldeponien in der Europäischen Union verboten sind. (APA, 7.2.2017)

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