Wiener Schlittschuhhandel freut sich über Umsatzplus

7. Februar 2017, 11:56
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Natureisflächen teilweise als Konkurrenz zu Kunsteisarealen – MA 45 warnt erneut vor Eislaufen auf Alter und Neuer Donau

Wien – Das kommt in Wien nicht alle Jahre vor: Der ungewöhnliche Dauerfrost im vergangenen Monat hat heuer nach langer Zeit wieder die Alte und die Neue Donau großflächig zufrieren lassen, was – trotz Warnung der Behörden – viele Leute zum Eislaufen auf Natureis genutzt haben. Das freut den Schlittschuhhandel. Er hat im Jänner ein deutliches Plus verzeichnet.

Ernst Aichinger, Berufszweigvorsitzender für den Sportartikelhandel in der Wiener Wirtschaftskammer, spricht von einem Umsatzanstieg von 20 Prozent gegenüber einem durchschnittlichen Wintermonat. Der Absatz von Sportwaren sei so wetterabhängig wie keine andere Branche. "Gibt es viel Schnee, verkaufen wir viele Rodeln, gibt es viele Eisflächen und ist zum Beispiel die Alte Donau für längere Zeit ordentlich zugefroren, schnellt der Eislaufschuhe-Verkauf in die Höhe", erklärt Aichinger.

Was die zugehörige Ausrüstung anbelangt, stehe das Thema Sicherheit immer stärker im Fokus. Vor allem Kinderhelme würden oft gekauft, heißt es aus der Kammer.

Hohe Besucherzahlen

Haben die gratis nutzbaren und teils spektakulären Naturflächen den kostenpflichtigen Kunsteisarealen zuletzt die Kundschaft weggenommen? Beim größten städtischen Schlittschuhvergnügen, dem Wiener Eistraum am Rathausplatz, verneint man die Frage. "Unsere Besucherzahlen liegen auf gleich hohem Niveau wie im Vorjahr", versichert eine Sprecherin des Stadt Wien Marketings, das den Kunsteisparcours alljährlich veranstaltet. Ihre These: Das Dahinflitzen etwa auf der Alten Donau sei mehr ein Zusatzspaß als ein Ersatz. Und vor allem Familien würden wohl Eisflächen ohne Einbruchgefahr und mit Sanitäranlagen und Gastronomie bevorzugen.

Etwas anders ist das Bild beim Wiener Eislaufverein (WEV) am Heumarkt. Dort liegt man aktuell unter dem Vorjahreslevel. Mit Stichtag 5. Februar besuchten in der heurigen Saison bisher 187.000 Menschen den traditionellen Eislaufplatz. 2016 waren es bis zu diesem Tag schon knapp 199.000. Das sei "nicht dramatisch", hänge aber wohl schon mit der Verfügbarkeit von Natureisflächen zusammen, so Sprecher Peter Menasse. Er sprach allerdings von einer "gewissen Aufbruchstimmung in Richtung Eislaufen" dank des kalten Winters, was man auch an den gestiegenen Verkaufszahlen des am WEV ansässigen Shops bemerke. Insofern hofft Menasse auf einen mittelfristigen Vorteil. "Wir sahnen dann im nächsten Winter groß ab", meint er augenzwinkernd.

Wie viele Leute sich im Jänner auf der Alten oder Neuen Donau aufs Eis gewagt haben, kann man bei der MA 45 (Wiener Gewässer) nicht sagen. Man zähle hier nicht – im Gegenteil: Die Behörde rät regelmäßig vom Betreten der dortigen Eisflächen ab. Denn selbst nach längeren Frostphasen bestehe Gefahr, verweist ein Sprecher etwa auf die Grundwasserströmungen entlang der Wasserarme. Dabei steige Grundwasser mit einer Temperatur von rund acht Grad Celsius auf und knabbere gewissermaßen von unten an der Eisdecke. Außerdem könne es durch die Wasserpegelschwankungen passieren, dass die Eisdecke in der Luft hänge, wenn der Wasserstand sinkt. Umso bedrohlicher ist es, wenn die Eisdecke brechen sollte. "Die Alte Donau ist bis zu sechs Meter, die Neue Donau bis zu sieben Meter tief", warnte der Sprecher. Noch einmal deutlich gefährlicher sei es, bei den jetzigen Plusgraden das Eis zu betreten. (APA, 7.2.2017)

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