Feuz top, Glück für gestürzten Kasachen Chuber

8. Februar 2017, 11:05
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Schweizer Schnellster im ersten Testlauf – Baumann als Neunter bester ÖSV-Läufer – Chuber trotz Halswirbelfraktur ohne Lähmungserscheinungen

St. Moritz – Der Schweizer Beat Feuz hat am Dienstag im ersten Training der alpinen Ski-Herren für die Spezial- und Kombi-Abfahrt bei der WM in St. Moritz Bestzeit aufgestellt. Der Lokalmatador setzte sich 0,21 Sekunden vor dem Franzosen Brice Roger und 0,22 vor seinem Landsmann Patrick Küng durch. Bester Österreicher war der Tiroler Romed Baumann als Neunter (0,71).

Kasache Chuber in Chur operiert

Mit Startnummer 78 schwer zu Sturz kam der Kasache Martin Chuber, der im unteren Streckenabschnitt in den Netzen landete und lange Zeit vor Ort behandelt wurde, bevor er mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen wurde. Chuber erlitt eine instabile Fraktur des zweiten Halswirbels, er wurde in das Spital nach Chur überstellt und noch am Abend operiert. Der 25-Jährige hatte Glück im Unglück, er kam ohne Lähmungserscheinungen davon.

Der Mann aus Almaty hatte vor zwei Jahren in Gröden seine bisher einzige Abfahrt im Weltcup bestritten, St. Moritz sollte seine fünfte Weltmeisterschaft werden. In Schladming war er 31. der Abfahrt auf der Planai gewesen. 2014 in Sotschi konnte sich Chuber in Super-G, Abfahrt und Superkombination olympisch platzieren.

Hirscher auf Rang 45

Außer Baumann kam kein weiterer ÖSV-Läufer in die Top Ten. Vincent Kriechmayr hatte als Dreizehnter 0,78 Rückstand, Hannes Reichelt reihte sich mit 1,30 Sekunden Rückstand unmittelbar vor Max Franz (1,37) als 20. ein, Matthias Mayer fasste als 29. 1,98 Sekunden Rückstand aus. Schneller als der auf Platz 45 fahrende Marcel Hirscher (3,20) war noch Frederic Berthold (2,65) als 39.

Die Läufer, die nach Chuber an die Reihe kamen, darunter auch der Österreicher Marco Schwarz, konnten wegen der langen Behandlungspause nicht die gesamte Strecke befahren, sie wurden nach dem Romingersprung abgewunken. Bei der letzten Zwischenzeit hatte Schwarz, der in der Kombi ein Thema ist, 8,16 Rückstand.

Baumann konnte seine Leistung einordnen. "Es war keine Besichtigungsfahrt, ich weiß schon, um was es geht. Es schadet einmal nicht, vor meinen Teamkollegen zu sein", sagte er. Dass es beim Super-G zuschauen muss, hat er weggesteckt. "Ich fokussiere mich auf die Abfahrt, das ist mein großes Ziel."

Schweizer im Vorteil

Mayer sah die Schweizer, die zuvor schon auf der Strecke trainierten, klar im Vorteil. "Sie sind ein paar Passagen eine ganz andere Linie gefahren als das restliche Fahrerfeld, da haben sie brutal viel Zeit rausgeholt. Von dem her war das vorherige Training hier sicherlich ein Vorteil. Das kann man sich abschauen."

Reichelt meinte, an die Strecke müsse er sich in Richtung Abfahrt noch gewöhnen, für den Super-G habe er die Sache ganz gut beinander. Franz hingegen haderte mit der Passage Felsen-Ausfahrt, er habe sich schon fast auf dem Kreuz gesehen. "Ist noch mal gut ausgegangen." Hirscher gab nach seinem fünfstündigen Medien-Marathon am Montag keine Interviews. (APA, red, 7.2.2017)

Ergebnisse vom ersten Herren-Abfahrtstraining am Dienstag in St. Moritz:

1. Beat Feuz (SUI) 1:42,14 Min.
2. Brice Roger (FRA) +0,21 Sek.
3. Patrick Küng (SUI) 0,22
4. Jared Goldberg (USA) 0,27
5. Peter Fill (ITA) 0,37
6. Thomas Biesemeyer (USA) +0,41
7. Erik Guay (CAN) 0,48
8. Mauro Caviezel (SUI) 0,70
9. Romed Baumann (AUT) 0,71
9. Carlo Janka (SUI) 0,71
Weiter:
11. Kjetil Jansrud (NOR) 0,72
13. Vincent Kriechmayr (AUT) 0,78
15. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 0,98
20. Hannes Reichelt (AUT) 1,30
21. Max Franz (AUT) 1,37
29. Matthias Mayer (AUT) 1,98

34. Alexis Pinturault (FRA) 2,33
39. Frederic Berthold (AUT) 2,65
45. Marcel Hirscher (AUT) 3,20

  • Unterwegs zur Trainingsbestzeit bei perfekten Bedingungen: Beat Feuz.
    foto: apa/helmut fohringer

    Unterwegs zur Trainingsbestzeit bei perfekten Bedingungen: Beat Feuz.

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