Brennerbasistunnel-Gesellschaft wehrt sich gegen Rechnungshof-Kritik

7. Februar 2017, 07:26
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BBT-SE-Geschäftsführer: "Die vom Rechnungshof geäußerte Kritik zur Kostenentwicklung ist unrichtig"

Wien/Innsbruck/Franzensfeste – Die ÖBB und die Brennerbasistunnel-Gesellschaft (BBT SE), an der die ÖBB-Infrastruktur AG 50 Prozent hält, haben sich gegen die kürzliche Kritik des Rechnungshofes gewehrt. "Der Rechnungshof vergleicht Kosten von 'Vorprojekten' aus Systemüberlegungen und ersten vagen Kostenschätzungen mit umsetzungsreifen und genehmigten Bauprojekten", kritisiert seinerseits BBT-Geschäftsführer Konrad Bergmeister.

"Die vom Rechnungshof geäußerte Kritik zur Kostenentwicklung ist unrichtig, denn die 2002 veranschlagten Kosten erfolgten für ein Vorprojekt, das mit dem finalen Bauwerk nicht verglichen werden kann", so Bergmeister zur APA. "Die damalige Kosteneinschätzung wurde ohne Baugrunderkundung, ohne Kosten für die UVP-Vorschriften und ohne die Kosten der Inbetriebnahme und des Probebetriebes vorgenommen."

Aufwendungen für Projektmanagement bei 4 Prozent

Die Aufwendungen für das Projektmanagement bei der BBT SE liegen laut Bergmeister bei 4 Prozent bezogen auf interne und externe Aufwendungen. Beim Schweizer Gotthardtunnel seien es kaufkraftbereinigt 4,9 Prozent gewesen, so der BBT-Chef.

Zu den "angeblichen Managementkosten" würden darüber hinaus noch die Kosten für internes und externes Personal, alle Planungen, Dienstleistungen wie Örtliche Bauaufsicht und Baumanagement sowie die Kosten für die Genehmigungsverfahren in Österreich und Italien zählen.

Prognostizierte Gesamtkosten gestiegen

Der Rechnungshof (RH) hatte kritisiert, dass die BBT SE ihrem Aufsichtsrat nicht wie in den "Rahmenbedingungen zur Realisierung der Phase III des Projektes BBT" gefordert, die Fortschreibungen der projektbezogenen Kosten, Risiken etc. jährlich zur Genehmigung vorlege. Das stieß bei der BBT SE auf "Befremden". Auch seien die prognostizierten Gesamtkosten zwischen 2002 und 2013 um rund 92 Prozent gestiegen – also fast verdoppelt.

Die ÖBB gingen nun auf die Kosten ab 2010 ein: Seit damals, als alle österreichischen Anteile an der BBT SE übernommen wurden, seien die Baukosten für den Austro-Anteil von 5 Milliarden Euro genau so stabil wie auch die Gesamtkosten von 10 Milliarden Euro stabil bleiben würden.

Die ÖBB-Infrastruktur AG wickle derzeit rund 200 Projekte mit einer Kostenabweichung +/- 1 Prozent ab, wurde betont. So seien Projekte an der Weststrecke oder der Wiener Hauptbahnhof "höchst erfolgreich im Kosten- und Zeitplan fertiggestellt" worden. "Selbstverständlich wird auch bei der BBT SE dieses gewohnt professionelle Projektmanagement angewendet", beruhigen die ÖBB und die BBT SE. (APA, 7.2.2017)

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