Langjähriger Trend: Alpiner Permafrost wird immer wärmer

6. Februar 2017, 19:44
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In zehn bis 20 Metern Tiefe erreicht der Boden in vielen Regionen Höchstwerte seit Beginn der Messreihen

Bern – Der alpine Permafrost in der Schweiz erwärmt sich immer weiter, wie die neuesten Daten des Permafrostmessnetzes "Permos" zeigen. Zwar waren die Temperaturen 2016 etwas weniger extrem als 2015, der langjährige Erwärmungstrend blieb jedoch auch im vergangenen Jahr ungebrochen, wie die Akademien der Wissenschaften Schweiz mitteilten.

Etwas abkühlen konnte die Bodenoberfläche durch den späten Schneefall im Winter 2015/2016: Ohne die isolierende Schneedecke konnte der Boden mehr Wärme abgeben, hieß es in der Mitteilung. Besonders effektiv war diese Abkühlung demnach im Engadin, einem ein Hochtal im Kanton Graubünden, sowie auf der Alpensüdseite.

Als dann Schnee fiel, blieb die Schneedecke dank der feuchten Witterung im Frühsommer vielerorts lange erhalten und schützte den Boden vor der sommerlichen Wärme. Besonders im westlichen Teil der Alpen war das der Fall. Diese Bedingungen führten dazu, dass die mittlere jährliche Temperatur an der Bodenoberfläche rund ein Grad Celsius unter der Durchschnittstemperatur von 2015 lag, und gleichauf mit dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre.

Gletscherbewegungen

Anders sah es jedoch in tieferen Schichten aus: In zehn bis 20 Metern Tiefe erwärmte sich der Permafrost weiter und hat vielerorts neue Höchstwerte seit Beginn der Messreihen erreicht. Am Gipfel des Stockhorns bei Zermatt auf 3.400 Metern Höhe beispielsweise sei die Bodentemperatur von minus 2,6 Grad Celsius im Oktober 2011 auf minus 2,0 Grad im Oktober 2016 gestiegen.

Die Erwärmung des Permafrosts zeigt sich auch in der Bewegung der Blockgletscher, also von Schuttmassen aus Eis und Gesteinsbrocken. Zwar bewegten sie sich vielerorts etwas langsamer als 2015, sie kriechen jedoch weiterhin um ein Mehrfaches schneller Richtung Tal als dies noch vor 20 Jahren der Fall war: mit mehreren Metern pro Jahr, so die Akademien. (APA, 6.2.2017)

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