Überkapazitäten versalzen Ryanair das Geschäft

6. Februar 2017, 12:18
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Ryanair und andere Fluglinien leiden unter einem Preisverfall, der Gewinn des Billigfliegers sank im Quartal um acht Prozent

Dublin – Ryanair erwartet wegen der harten Konkurrenz am europäischen Himmel ein turbulentes Jahr. Das irische Unternehmen sagte am Montag anhaltenden Druck auf die Flugpreise voraus. "Die Preisgestaltung wird weiter herausfordernd sein", sagte Konzernchef Michael O'Leary und sprach von "widrigen Marktbedingungen". Im abgelaufenen Vierteljahr sei der Gewinn der größten europäischen Fluglinie um acht Prozent auf 95 Millionen Euro gefallen. Das Unternehmen werde darauf mit einer forcierten Expansion reagieren.

Im vergangenen Quartal gaben die Flugpreise bei Ryanair im Schnitt um 17 Prozent auf 33 Euro nach. Im laufenden Jahresviertel dürfte das Minus bei 15 Prozent liegen, wie das Management mitteilte. Auslöser des Abwärtstrends sind ein Überangebot an Flugkapazitäten bei Kurz- und Mittelstreckenflügen in Europa sowie der Verfall des Pfunds nach dem Brexit-Votum. Die Wechselkursentwicklung belastet das Geschäft in Großbritannien, dem umsatzstärksten Markt von Ryanair. Die Firma ist nicht die einzige Fluggesellschaft, die unter dem Kursrutsch der britischen Währung leidet. Die Billigflugrivalen Easyjet und Wizz Air stutzen deshalb ihre Gewinnerwartungen zurück.

Ryanair kappte die Prognose bereits im Oktober und rechnet nun fürs aktuelle Geschäftsjahr (per Ende März) mit 1,3 bis 1,35 Milliarden Euro Überschuss. Einer der nächsten Expansionsschritte ist die Stationierung von neuen Flugzeugen am Lufthansa -Heimatflughafen Frankfurt. Mit ihrer Wachstumsstrategie eroberten die Iren vor kurzem die Spitzenposition in der europäischen Luftfahrt. 117 Millionen Passagiere flogen im vorigen Jahr mit Ryanair. Das waren mehr als bei der Lufthansa. Möglich machen das niedrige Kosten, eine einheitlich Boeing-Flotte und die neue Strategie, vermehrt auch große Flughäfen anzufliegen. Gewerkschaften kritisieren die Arbeitsbedingungen bei Ryanair. (Reuters, 6.2.2017)

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    foto: apa/lago
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