Fans von Leipzig gegen Watzke

6. Februar 2017, 11:43
787 Postings

Offener Brief an Borussia-Dortmund-Geschäftsführer – Innenminister: "Gehören nicht ins Stadion, sondern hinter Schloss und Riegel"

Dortmund – Der deutsche Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat mit Erschütterung auf die Angriffe von BVB-Fans gegen Anhänger von RB Leipzig reagiert und sofortige Konsequenzen gefordert. "Wer Steine und Getränkekisten auf Polizisten schleudert und dabei nicht mal auf Familien und Kinder Rücksicht nimmt, ist in Wahrheit kein Fußballfan und gehört nicht ins Stadion, sondern hinter Schloss und Riegel", sagte de Maizière der "Bild": "Ich hoffe auf eine schnelle und harte Reaktion der Justiz, damit alle wissen, was ihnen droht, wenn man sich so verhält."

Leipziger Fans beworfen

Beim Ligaspiel am vergangenen Samstag hatten Dortmunder Randalierer in einer höchst aggressiven Stimmung die Gästefans mit Steinen und Flaschen massiv angegriffen. Mindestens vier Beamte und ein Diensthund wurden verletzt, über die genaue Anzahl der verletzten Leipzig-Fans gab es keine offiziellen Angaben. "Die brutalen Szenen vor dem Spiel Dortmund gegen Leipzig lassen einem den Atem stocken", kommentierte der für den Sport zuständige Bundesinnenminister.

Offener Brief der Rasenball-Anhänger

Leipziger Fans haben den Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in einem offenen Brief für die Ausschreitungen rund um das Spitzenspiel mitverantwortlich gemacht. "Sie stehen persönlich zumindest moralisch für Gewalt- und Hassexzesse Ihrer Anhänger gegenüber den RB-Leipzig-Fans. Sie schüren öffentlich Hass in Bezug zu RB Leipzig, in Ihrem respektlosen Verhalten gegenüber der Führung und Anhänger von RB Leipzig", hieß es in einer Stellungnahme des Fanclubs Bornaer Bullen.

Kritik am Sicherheitskonzept

Der Fanverband der Sachsen kritisierte zudem das Sicherheitskonzept des BVB. "Wir Fans sind seit Jahren einiges gewohnt, aber was in Dortmund los war, war bisher unerreicht! Ein Sicherheitskonzept war für uns zu keiner Zeit zu erkennen, und die Organisation hatte Kreisliganiveau!", hieß es in einer Stellungnahme an den Deutschen Fußball-Bund (DFB), Deutsche Fußball Liga (DFL) und Borussia Dortmund.

BVB kündigt Aufklärung an

Der BVB kündigte auf seiner Webseite Aufklärung an: "Wir setzen alles daran, das Fehlverhalten der eigenen Anhänger aufzuklären und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten hart zu sanktionieren! (...) Wer seine Meinung nicht durch Argumente, sondern durch rohe Gewalt und plumpe Beleidigungen ausdrückt, kann, darf und wird nicht Teil der BVB-Familie sein." (sid, 6.2.2017)

  • In der Kritik: Dortmund-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.
    foto: apa/afp/stollarz

    In der Kritik: Dortmund-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Share if you care.