Fünfter Super-Bowl-Triumph für Patriots

6. Februar 2017, 04:40
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Patriots gewinnen 34:28 nach Verlängerung gegen Atlanta Falcons – Quarterback Tom Brady und Cheftrainer Bill Belichik schreiben nach einer beeindruckenden Aufholjagd in einem dramatischen Finale Geschichte

Houston – Die New England Patriots haben nach einer irren Aufholjagd den 51. Super Bowl gewonnen und zum fünften Mal den Titel in der National Football League (NFL) geholt. Das Team um Quarterback Tom Brady (39) und Cheftrainer Bill Belichik (64), beide bereits bei den Erfolgen von 2002, 2004, 2005 und 2015 dabei, feierte in Houston/Texas ein 34:28 nach Verlängerung über die Atlanta Falcons, die damit weiter auf den ersten Titel warten müssen. Erstmals wurde ein Super Bowl in der Overtime entschieden.

Aufseiten der Patriots, die zwischenzeitlich mit 25 Punkten zurücklagen, sorgten Brady und Belichik bereits mit ihrer jeweils siebten Finalteilnahme für NFL-Rekorde, durch den fünften gemeinsamen Gewinn der Vince Lombardi Trophy stehen nun beide auf Platz eins der Bestenlisten. Kein Quarterback und kein Headcoach hatte bislang fünfmal den Super Bowl gewonnen.

Trainer Belichik lobt Moral seiner Mannschaft

"Es ist unglaublich. Wir haben eine großartige Truppe. Es gibt heute eine große Feier", sagte Brady, der wegen seiner angeblichen Verwicklung in die Deflategate-Affäre in den ersten vier Saisonspielen gesperrt war. Die Gratulation von NFL-Boss Roger Goodell nahm der Spielmacher entsprechend kühl entgegen. Belichik lobte die Moral seiner Mannschaft: "Die Jungs haben nie aufgegeben."

Vor den 70.807 Zuschauern im NRG Stadium wurde das Spiel anfangs von den Defensivreihen beherrscht. Brady und Ryan kassierten frühzeitig Sacks, der Endzone kamen beide nicht nahe. Erst zu Beginn des zweiten Viertels gab es die ersten Punkte, Devonta Freeman gelang nach einem kurzen Lauf ein Touchdown für die Falcons. Und der Champion der National Football Conference (NFC) legte schnell nach: Rookie Austin Hooper fing beim zweiten Touchdown einen 19-Yards-Pass von Ryan.

New England kam in der Offensive überhaupt nicht ins Spiel. Brady wurde stark unter Druck gesetzt und leistete sich eine Interception, Robert Alford trug den abgefangenen Ball für die Falcons über 82 Yards bis ins Ziel. Patriots-Kicker Stephen Gostkowski konnte kurz vor der Pause mit einem Field Goal lediglich auf 3:21 verkürzen.

Lady Gaga kam von oben zur Halbzeitshow

In der Halbzeitshow richtete Lady Gaga einen patriotischen Appell an die Vereinigten Staaten. Die 30-Jährige sang ein paar Zeilen aus den Titeln "This Land Is Your Land" von Woody Guthrie sowie "God Bless America" von Irving Berlin, bevor sie sich vom Dach des NRG Stadium auf die Bühne abseilte. Ihre 14-minütige Show umfasste ein Medley aus ihren Hits "Poker Face", "Born This Way", "Telephone", "Just Dance", "Million Reasons" und "Bad Romance".

Am Spiel der Patriots änderte das bunte Pausenprogramm natürlich nichts, sie starteten auch in die zweiten Halbzeit mau. Matt Ryan überzeugte mit sicherem Passspiel, Running Back Tevin Coleman sorgte für den nächsten Touchdown der Falcons gegen die in dieser Saison bislang beste Defensive der Liga. Brady hatte weiter große Probleme, fand in der Schlussphase des dritten Spielabschnitts aber James White und schaffte seinen ersten Touchdown-Pass. Dass der sonst so sichere Gostkowski anschließend beim Extrakick scheiterte, passte ins Bild.

Touchdown als Schlusspunkt

Die Patriots ließen sich von den Schwierigkeiten überhaupt nicht beeindrucken und sorgten wieder für Spannung. Nach einem Fumble von Ryan verkürzte New England mit einem Touchdown und einer Two-Point-Conversion auf 20:28. Das Gleiche gelang 57 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit noch einmal, es ging in die Overtime. New England hatte den ersten Angriff und schaffte den entscheidenden Score: Running Back James White beendete das denkwürdige Duell und das sensationelle Comeback mit einem Touchdown. (sid, 6.2.2017)

Super-Bowl-Sieger seit 2000:

2017 New England Patriots (34:28 n.V. gegen die Atlanta Falcons)

2016 Denver Broncos (24:10 gegen die Carolina Panthers)

2015 New England Patriots (28:24 gegen die Seattle Seahawks)

2014 Seattle Seahawks (43:8 gegen die Denver Broncos)

2013 Baltimore Ravens (34:31 gegen die San Francisco 49ers)

2012 New York Giants (21:17 gegen die New England Patriots)

2011 Green Bay Packers (31:25 gegen die Pittsburgh Steelers)

2010 New Orleans Saints (31:17 gegen die Indianapolis Colts)

2009 Pittsburgh Steelers (27:23 gegen die Arizona Cardinals)

2008 New York Giants (17:14 gegen die New England Patriots)

2007 Indianapolis Colts (29:17 gegen die Chicago Bears)

2006 Pittsburgh Steelers (21:10 gegen die Seattle Seahawks)

2005 New England Patriots (24:21 gegen die Philadelphia Eagles)

2004 New England Patriots (32:29 gegen die Carolina Panthers)

2003 Tampa Bay Buccaneers (48:21 gegen die Oakland Raiders)

2002 New England Patriots (20:17 gegen die St. Louis Rams)

2001 Baltimore Ravens (34:7 gegen die New York Giants)

2000 St. Louis Rams (23:16 gegen die Tennessee Titans)

Die wertvollsten Spieler seit 2000:

2017 Tom Brady (New England Patriots)

2016 Von Miller (Denver Broncos)

2015 Tom Brady (New England Patriots)

2014 Malcolm Smith (Seattle Seahawks)

2013 Joe Flacco (Baltimore Ravens)

2012 Eli Manning (New York Giants)

2011 Aaron Rodgers (Green Bay Packers)

2010 Drew Brees (New Orleans Saints)

2009 Santonio Holmes (Pittsburgh Steelers)

2008 Eli Manning (New York Giants)

2007 Peyton Manning (Indianapolis Colts)

2006 Hines Ward (Pittsburgh Steelers)

2005 Deion Branch (New England Patriots)

2004 Tom Brady (New England Patriots)

2003 Dexter Jackson (Tampa Bay Bucaneers)

2002 Tom Brady (New England Patriots)

2001 Ray Lewis (Baltimore Ravens)

2000 Kurt Warner (St. Louis Rams)

  • James White unterwegs zum entscheidenden Touchdown.
    foto: reuters/ mark j. rebilas-usa today sports

    James White unterwegs zum entscheidenden Touchdown.

  • Quarterback Tom Brady (li) und Cheftrainer Bill Belichik schafften Historisches.
    foto: reuters/ matthew emmons-usa today sports

    Quarterback Tom Brady (li) und Cheftrainer Bill Belichik schafften Historisches.

  • Die Vince Lombardi Trophy in Händen der Patriots.
    foto: apa/afp/getty images/al bello

    Die Vince Lombardi Trophy in Händen der Patriots.

  • Nur scheinbar zu nah am Feuer: Lady Gaga bei der Pausenshow.
    foto: reuters/ mark j. rebilas-usa today sports

    Nur scheinbar zu nah am Feuer: Lady Gaga bei der Pausenshow.

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