Petition gegen Trump: Meise unter güldenem Pony

Einserkastl5. Februar 2017, 16:38
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Fast 12.000 unterschrieben eine Petition des Harvard-Psychologen John Gartner, wonach Trump seines Amtes enthoben gehöre

Viele Jahrzehnte hielten sich die US-Psychiater ("Shrinks" im Volksmund) an die "Goldwater Rule". Im Präsidentschaftswahlkampf 1964 hatte das Magazin Fact einen Artikel publiziert, in dem 1189 Shrinks den republikanischen Kandidaten Barry Goldwater kollektiv für amtsunfähig erklärten.

Goldwater wollte das nicht auf sich sitzen lassen, klagte und siegte vor Gericht. Die American Psychiatric Association reagierte und erließ die "Goldwater Rule". Psychiater sollten fürderhin auf Ferndiagnosen an Politikern verzichten.

Bis 2016 hielt sich der Stand daran, doch dann kam Donald Trump. Ob des Füllhorns an bösen Possen, das "The Don" monatelang ausschüttete, scheuen nun auch Psycho-Profis nicht mehr davor zurück, ihre Ferndiagosen öffentlich zu machen.

Vorteilhaft sind sie nicht. Fast 12.000 unterschrieben eine Petition des Harvard-Psychologen John Gartner, wonach Trump seines Amtes enthoben gehöre, weil, sinngemäß, unter seinem güldenen Pony eine veritable Meise niste. Pathologischer Narzissmus! Very sad!

Österreichs Shrinks halten in ihrer Berufspraxis Politik und Psychopathologie meist auseinander, und das ist auch gut so, allein unseres gesunden Nachtschlafs wegen. Denn immer wieder zeigen auch bei uns Politiker Symptome – Überwachungsparanoia, Koalitionsschizophrenie, neurotisches Rechtsauslegertum -, bei denen sich die Frage "Spinnen die?" mächtig aufdrängt. (Christoph Winder, 5.2.2017)

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