Dieselskandal: Erster Großkunde verklagt Volkswagen

5. Februar 2017, 14:10
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Vorwurf der arglistigen Täuschung – die Deutsche See fühlt sich betrogen und will knapp zwölf Millionen Euro zurück

Wolfsburg – Das Fisch-Handelsunternehmen Deutsche See verklagt als erster Großkunde Volkswagen wegen des Dieselskandals auf Schadenersatz. Das Unternehmen habe am Freitag beim zuständigen Landgericht Braunschweig Klage wegen "arglistiger Täuschung" eingereicht, teilte Deutsche See am Sonntag mit.

Die Firma habe ihre gesamte Flotte von knapp 500 Fahrzeugen 2010 auf VW-Fahrzeuge umgestellt, um sie umweltfreundlicher zu machen.

Laut "Bild am Sonntag", die zuerst über die Klage berichtete, fordert Deutsche See, dass VW 11,9 Mio. Euro für Leasingraten und Wartungskosten erstattet. Das Unternehmen wollte sich nicht zur Höhe der Forderungen äußern. VW lehnte eine Stellungnahme ab. "Da die Klage der Volkswagen AG noch nicht zugestellt worden ist, kann sich die Volkswagen AG zu deren Inhalt noch nicht äußern", sagte ein Sprecher.

Volkswagen habe über die Schummelsoftware in Dieselfahrzeugen nicht aufgeklärt und damit gegen den Geist der gemeinsamen Vereinbarungen verstoßen, erklärte Deutsche See. Zudem seien Projekte wie der Einsatz von Elektro-Fahrzeugen ausschließlich von der Deutschen See umgesetzt worden. "Wir sind tief enttäuscht über VW und fühlen uns hingehalten und betrogen, da die gemeinsam angedachte Partnerschaft im Bereich der umweltfreundlichen Mobilität nur von unserer Seite eingehalten wurde", sagte Deutsche-See-Chef Egbert Miebach. "Entsprechende Gespräche, dieses zu verändern, wurden vonseiten VW abgeblockt."

Deutsche See ist nach eigenen Angaben Marktführer für Fisch und Meeresfrüchte in Deutschland und beliefert mehr als 35.000 Kunden. Das Unternehmen aus Bremerhaven beschäftigt deutschlandweit mehr als 1.700 Mitarbeiter.

In Deutschland laufen mehrere hundert Verfahren, in denen Fahrer von VW-Dieseln auf Schadenersatz gegen Händler oder den Konzern klagen. Auch in Österreich wurden bereits mehrere solche Klagen eingebracht. In den USA können Fahrer betroffener Autos mehr als 5.000 Dollar (4.655 Euro) Entschädigung bekommen. Für Kunden in Europa plant VW keine solche Entschädigung. (APA/Reuters, 5.2.2017)

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