Insiderhandel-Verdacht: Ermittlungen gegen Deutsche Börse-Chef

4. Februar 2017, 12:40
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Ermittler sondieren Unterlagen direkt am Hauptsitz der Deutschen Börse

Frankfurt – Ermittler nehmen wegen des Verdachts auf Insiderhandel von Deutsche Börse-Chef Carsten Kengeter weiter Unterlagen in der Deutschen Börse unter die Lupe. Die Ermittler hätten ihr Quartier direkt am Hauptsitz der Börse aufgeschlagen, berichtet die "Wirtschaftswoche". So könnten sie Unterlagen direkt vor Ort sondieren.

"Wir haben den Raum angeboten und sie haben ihn angenommen", sagte der Sprecher der Deutschen Börse, Martin Halusa, am Samstag und bestätigte damit den Bericht.

Deutsche Börse-Chef Carsten Kengeter war wegen eines Aktiengeschäfts einige Wochen vor Bekanntgabe der Fusionspläne mit der Londoner Börse ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Der Manager hatte im Rahmen eines Vergütungsprogramms im Dezember 2015 Anteile der Deutschen Börse im Wert von 4,5 Millionen Euro gekauft. Zwei Monate später einigte sich die Deutsche Börse mit der LSE auf eine Fusion, danach stiegen die Aktienkurse beider Unternehmen deutlich.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des Insiderhandels gegen einen Verantwortlichen des Unternehmens. Dessen Arbeitsplatz in Eschborn und seine Privatwohnung in Frankfurt seien durchsucht worden. Die Deutsche Börse hatte zuvor mitgeteilt, es werde gegen Kengeter ermittelt. Aufsichtsratschef Joachim Faber hatte die Vorwürfe in einer Mitteilung als haltlos zurückgewiesen.

Nach Angaben der "Wirtschaftswoche" geben die Ermittler in der Börse Suchworte in Computer ein und suchen nach weiteren Beweismitteln. Sie arbeiteten offenbar deswegen vor Ort, statt Unterlagen mitzunehmen, weil es um die Sensibilität von Geschäftsunterlagen gehe, hieß es. (APA, dpa, 4.2.2017)

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