USA widerriefen zehntausende Visa wegen Einreisebanns

3. Februar 2017, 19:34
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US-Medien: Zahl habe ein Regierungsanwalt bei einer Anhörung in einem Bundesgericht in Virginia genannt

Washington – Die USA haben in der ersten Woche des neuen Einreiseverbots gegen Menschen aus sieben muslimischen Staaten Medienberichten zufolge über rund 60.000 Visa widerrufen. Das Außenministerium gab die Zahl am Freitag bekannt, nachdem US-Medien zuvor von 100.000 zurückgezogenen Einreiseerlaubnissen berichtet hatten. Die höhere Zahl habe ein Regierungsanwalt bei einer Anhörung in einem Bundesgericht in Virginia genannt.

Auch der frühere norwegische Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik ist nach eigenen Angaben an einem Flughafen in den USA festgehalten worden. Er sei am Dienstag daran gehindert worden, den Airport Dulles nahe Washington zu verlassen, nachdem die Grenzbeamten gesehen hätten, dass er 2014 den Iran besucht hatte, sagte Bondevik dem Sender ABC7. Anschließend sei er eine Stunde lang festgehalten worden.

"Ich verstehe natürlich die Angst davor, dass Terroristen ins Land kommen", sagte er dem Sender. Es sei jedoch offensichtlich gewesen, dass er kein Terrorist sei. "Es hätte klar sein müssen, als sie gesehen haben, dass ich einen Diplomatenpass habe und ein früherer Ministerpräsident bin", fügte er hinzu. "Das sollte ihnen ausreichend zeigen, dass ich kein Problem und keine Bedrohung für das Land darstelle, und sie sollten mich unverzüglich gehen lassen, aber das haben sie nicht."

Der neue US-Präsident Donald Trump hatte vergangenen Freitag per Dekret bestimmt, dass Bürger aus dem Irak, dem Iran, dem Jemen, Libyen, Somalia, dem Sudan und Syrien für 90 Tage nicht mehr in die USA einreisen dürfen. Die Regierung in Washington begründet den Schritt mit dem Schutz vor Anschlägen. In mehreren Bundesstaaten laufen vor Bundesgerichten derzeit Verfahren gegen den Erlass. Einige Gerichte haben bereits die Umsetzung eingeschränkt, jüngst eine Richterin in Detroit. (Reuters, 3.2.2017)

Anmerkung: Auch der STANDARD nannte ursprünglich die Zahl 60.000 im Titel. Die Überschrift wurde aktualisiert.

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