Swarovski investiert 100 Millionen Euro am Stammsitz in Wattens

3. Februar 2017, 17:56
64 Postings

Die Produktion soll modernisieren werden. Zeitgleich wird die Verwaltung in Polen konzentriert

Wattens – Immer wieder gab es Gerüchte, das traditionsreiche Familienunternehmen Swarovski wolle absiedeln. Das Gegenteil ist der Fall, zeigt sich nun. Der Konzern investiert rund 100 Millionen Euro in seinen Stamm- und Gründungssitz in der Tiroler Gemeinde Wattens. Damit soll das Unternehmen konkurrenzfähig bleiben, wie es aus der Zentrale heißt: "Es ist die größte Investition in die Produktion seit Jahrzehnten. Für uns bedeutet das einen Quantensprung. Für die Konkurrenz wird es schwer, uns einzuholen oder uns überhaupt noch nahe zu kommen." International geriet der Konzern immer mehr unter Zugzwang durch Mitanbieter.

Man wolle nun auf einer Fläche von 36.000 Quadratmetern die "Kristallfabrik der Zukunft" bauen, lautet die ambitionierte Vorgabe. "Wir werden ein Zentrum schaffen, wo wir gemeinsam mit unseren Kunden Produkte und Innovationen entwickeln und auf völlig neue Art zusammenarbeiten", sagt Markus Langes-Swarovski. Der gesamte Herstellungsprozess wird künftig unter einem Dach gebündelt. Neben dem neuen Kristallschleifzentrum wolle man auch einen "Gegentrend zur Digitalisierung" setzen. So ist eine Manufaktur geplant, in der Swarovski künftig direkt auf Kundenwünsche eingehen will: "Wir sind seit 120 Jahren Marktführer und wollen das auch die nächsten 120 Jahre bleiben."

Keine neuen Jobs in Aussicht

Die Modernisierung der Produktionsanlagen wird jedoch keine neuen Arbeitsplätze schaffen. Dafür würde man den Standort langfristig absichern. In den vergangenen Jahren sorgten immer wieder Gerüchte um eine mögliche Abwanderung des Unternehmens für Unsicherheit unter der Belegschaft. Derzeit sind am Standort Wattens 4800 Mitarbeiter für Swarovksi tätig. Insgesamt beschäftigt der Konzern 26.000 Mitarbeiter weltweit. Der Jahresumsatz 2015 des auf Kristallverarbeitung spezialisierten Unternehmens belief sich auf 2,6 Milliarden Euro.

Doch nicht nur in Wattens, auch im polnischen Danzig baut Swarovski aus. Denn der Familienkonzern will künftig seine Verwaltung in Polen konzentrieren. Derzeit ist der Hauptsitz der Unternehmensverwaltung in der Schweiz angesiedelt sowie weltweit dezentral organisiert. Allein in Wattens sind rund 500 Mitarbeiter in diesem Bereich tätig.

Verwaltungszentrum in Polen

Am Donnerstag erhielt man im polnischen Danzig grünes Licht seitens der Behörden zum Aufbau eines Verwaltungszentrums. Man befinde sich bei diesem Projekt allerdings noch im Anfangsstadium. Ob durch die Zusammenlegung der Verwaltung die Arbeitsplätze in Tirol gefährdet seien, dementiert man daher seitens des Konzerns: "Auf den Standort in Wattens haben die geplanten Maßnahmen mittelfristig keine Auswirkungen." (Steffen Arora, 3.2.2017)

  • In Wattens, dem Firmensitz von Swarovski, steht auch das Kristallwelten-Museum.
    foto: ho

    In Wattens, dem Firmensitz von Swarovski, steht auch das Kristallwelten-Museum.

Share if you care.