US-Arbeitsmarkt startete im Jänner durch

3. Februar 2017, 15:50
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Im Januar entstehen 227.000 Jobs, weit mehr als erwartet – Staat streicht Stellen, Privatwirtschaft stellt aber ein

Washington – Die USA erleben zu Beginn der Amtszeit von Präsident Donald Trump einen wahren Stellenboom. Private Firmen und der Staat schufen im Januar per saldo 227.000 Jobs, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit 175.000 gerechnet. Die separat ermittelte Erwerbslosenquote stieg zwar leicht auf 4,8 Prozent. Dennoch ist de facto Vollbeschäftigung erreicht – eines der erklärten Ziele der Notenbank Fed.

Trump war am 20. Januar ins Weiße Haus eingezogen. Er hat versprochen, der "größte Job-produzierende Präsident" seines Landes zu werden, "den Gott je geschaffen hat". An der Wall Street zeichnete sich nach den Daten ein freundlicher Handelsbeginn ab. Der Dax in Frankfurt weitete seine Gewinne aus. Der Euro stieg zum Dollar. Wie aus den Job-Daten hervorgeht, strich der Staat allerdings 10.000 Stellen, während in der Privatwirtschaft 237.000 Jobs entstanden.

Drei Zinsschritte 2017

Die Fed hatte zuletzt auf anhaltende Fortschritte am Jobmarkt verwiesen und den Leitzins konstant gehalten, den sie im Dezember auf eine Spanne zwischen 0,5 und 0,75 Prozent angehoben hatte. Zugleich signalisierte sie damals drei weitere Schritte nach oben für 2017. Ob es dazu kommt, dürfte auch von der Wirtschaftspolitik Trumps abhängen, der die bereits rund laufende Konjunktur mit kräftigen Steuersenkungen und Billioneninvestitionen in die Infrastruktur weiter anheizen will.

Ein Wermutstropfen im Jobbericht war die Entwicklung der Stundenlöhne, die zum Vormonat nur um 0,1 Prozent zulegten. Experten hatten einen drei Mal so starken Anstieg erwartet. Die Fed will erreichen, dass der Aufschwung in der Geldbörse der Bürger ankommt und die unerwünscht niedrige Inflation anheizt. Diese lag zuletzt noch unter ihrem Zielwert von 2,0 Prozent. An den Märkten wird daher weiter mit nur zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr gerechnet. Ökonom James Knightley von der Bank ING erwartet jedoch angesichts der herrschenden Vollbeschäftigung einen raschen Schritt: "Wir rechnen für März mit höheren Zinsen." (Reuters, 3.2.2017)

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