Klage: Apple soll Facetime unter iOS 6 absichtlich zerstört haben

6. Februar 2017, 16:50
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Soll Sicherheitszertifikat nicht erneuert und so Nutzer zu Upgrade auf iOS 7 gezwungen haben

IT-Riese Apple sieht sich einmal mehr einer Sammelklage aus den Reihen seiner Kunden ausgesetzt. Eine Kalifornierin wirft dem Unternehmen vor, den Videomessenger Facetime unter iOS 6 absichtlich zerstört zu haben, mit dem Ziel Nutzer zur Aktualisierung auf iOS 7 zu zwingen.

Während die Installation aktueller Betriebssystem-Versionen grundsätzlich ratsam ist, sorgte die neue Ausgabe mit grafisch umfassender Überarbeitung am iPhone 4 und 4S damals für erhebliche Probleme. Der Vorwurf wird aufgrund interner E-Mails erhoben, die in den Gerichtsakten zur Auseinandersetzung zwischen Apple und dem Patenttroll VirnetX zu finden sind, schreibt AppleInsider.

Technischer Umbau mit iOS 7

Demnach soll Facetime ursprünglich Server des Dienstleisters Akamai genutzt haben, um viele Videoanrufe abzuwickeln. Mit der Zeit wurde der Messenger jedoch so populär, dass die monatlichen Rechnungen an Apple in den Millionenbereich angestiegen sein sollen.

Unter iOS 7 baute Apple Facetime schließlich nicht nur ästhetisch, sondern auch auf technischer Ebene radikal um. Durch die Änderungen musste man wieder deutlich weniger Serverressourcen von Akamai in Anspruch nehmen und konnte Kosten sparen, so die Schilderung.

Zertifikat vorzeitig angeblich vorzeitig ausgelaufen

Aufgrund der bekannt gewordenen Performance-Probleme sollen jedoch viele Nutzer des iPhone 4(S) an iOS 6 festgehalten haben. Also soll Apple vorzeitig ein Sicherheitszertifikat auslaufen gelassen haben, was Facetime unter iOS 6 lahmgelegt haben soll. Nach außen wurde das Problem als Bug beschrieben, der nur durch ein Upgrade auf iOS 7 zu lösen sei. Zur fraglichen Zeit sei der Anteil aller iPhone-Nutzer, die mit dem neuesten iOS-System unterwegs waren, bei 89 Prozent gelegen.

In den Gerichtsunterlagen soll die E-Mail-Konversation zweier Apple-Entwickler zu finden sein. Einer erkundigte sich demnach, was man getan habe, um die Beanspruchung der Serverdienste zu reduzieren. "Wir haben iOS 6 kaputt gemacht und der einzige Weg, Facetime wieder nutzen zu können ist ein Upgrade auf iOS 7", wird die Antwort zitiert.

Gericht muss über Zulässigkeit entscheiden

Das in San Jose ansässige Bezirksgericht für Nordkalifornien muss nun über die Klage befinden. Offiziell vorgeworfen werden Apple unlauterer Wettbewerb und "Hausfriedensbruch zu Gut", ein Tatbestand der die Beeinträchtigung eines eigenen Guts durch eine andere Person beschreibt. Dazu wird Schadenersatz in ungenannter Höhe gefordert. Die Klagsschrift kann auf Scribd nachgelesen werden. (red, 03.02.2017)

  • Apple soll Facetime unter iOS 6 absichtlich zerstört haben, um User zum Upgrade auf iOS 7 zu zwingen, so der Vorwurf.
    foto: apple

    Apple soll Facetime unter iOS 6 absichtlich zerstört haben, um User zum Upgrade auf iOS 7 zu zwingen, so der Vorwurf.

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