Falco-Doku im ORF: Eine unvergessene Poplegende

4. Februar 2017, 09:00
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Zum 60. Geburtstag lässt ORF 3 Johann Hölzel am Samstag mit "Falco – Forever young" auferstehen

Wien – Für alle, die Hans Hölzel schon kannten, war der Erfolg nur eine Frage der Zeit, für die anderen ein Aufstieg vom Niemand zum Popstar: In "Falco – Forever young" dokumentiert Patrick Hibler Falcos Werk, das bis heute nachwirkt – zu sehen am Samstag um 20.15 Uhr in ORF 3.

Patrick Hiblers Film in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk lässt den Sänger wiederaufleben. Zu Wort kommen ehemalige Bandmitglieder, Manager, seine Familie – unter anderem zum ersten Mal sein Vater Alois Hölzel – und zeitgenössische Musiker wie Bilderbuch oder Julian le Play. Mit Originalaufnahmen von Konzerten, Interviews und Musikvideodrehs weckt Hibler die Erinnerung an Falcos extravaganten Lebensstil.

Die Dokumentation rollt Falcos Leben auf, der seine Karriere als Hans Hölzel in der Hallucination Company begann, wo er auch erstmals seinen Künstlernamen Falco verwendete. Danach wechselte er zur Band Drahdiwaberl. Bei einem dieser Konzerte entdeckte ihn der Plattenproduzent Markus Spiegel. "Und als ich das gesehen hab, wusste ich, das ist er", sagt Spiegel in der Dokumentation.

Durchbruch

Mit "Der Kommissar" schaffte Falco 1981 seinen Durchbruch. "Das war einfach neu, und es war auch sehr, sehr toll gemacht, toll produziert", erzählt sein langjähriger Manager Horst Bork. Gefallen hat es nicht allen, geht aus der Dokumentation hervor. Vater Alois Hölzel war nie für seinen Sohn da und auch später kein großer Fan von ihm. "Ich hab's weggelegt, weil ich gesagt habe, das ist ein Blödsinn", sagt er zum Lied "Der Kommissar".

Mit "Rock me Amadeus" folgte 1985 ein Nummer-eins-Hit in Österreich und den USA. "Er war ja eine Figur, wo man was bekommen hat, wenn man ihn sehen wollte. Weil seine Bewegungen, seine Art, arrogant zu sein und selbstironisch, eine ideale Kombination ist", sagt André Heller, Autor und Aktionskünstler, über das Wirken Falcos. Als Österreicher habe man natürlich einen "besonderen Bezug" zu Falco, sagt Bilderbuch-Sänger Maurice Ernst. Falco habe es geschafft, die "ganze Geschichte international zu sehen".

Dass Falco Privatleben und Bühnenleben nur schwer trennen konnte, sorgte für viele Schwierigkeiten. "Man kann nicht gleichzeitig eine Nummer eins haben in Amerika, eine Familie haben, ein Kind haben", sagte Falco 1997: "Das war eine Zeit der Konfusion, die ich nicht mehr erleben möchte, aber auch nicht vermissen möchte, weil sie eine harte Schule war."

Das Ende einer Karriere

Der Misserfolg mit "Wiener Blut" wirkte sich stark auf Falcos weiteres Leben aus. 1990 gab er sein Comeback mit einem veränderten Image und dem neuen Album "Data de Groove". "Und dann kam er eigentlich neugeboren daher, Anfang der 90er", sagt Thomas Rabitsch: "Und so hat er mir am besten gefallen." Doch "Data de Groove" ist ein Reinfall, von dem sich Falco nur schwer erholen konnte. Sein Alkoholproblem machte ihm zu schaffen, auch Entziehungskuren halfen nicht.

1998 verunglückte Hans Hölzel bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik. Die schockierende Nachricht ging um die Welt, doch Falco sollte nie vergessen werden. (Hannah Kogler, 4.2.2017)

"Falco – Forever Young", Samstag, 4. Februar, 20.15 Uhr, ORF 3

  • Falco.
    foto: orf/raum.film

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