Clare Mackintoshs "Alleine bist du nie": Achtung, U-Bahn

    6. Februar 2017, 10:53
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    Eigentlich ein einfaches Geschäftsmodell: Pendler stalken

    Wunderbar geeignet, Paranoia zu erzeugen, ist der Krimi von Clare Mackintosh. Erst ist Zoe nur beunruhigt, als sie in der Schmuddelecke einer Londoner U-Bahn-Zeitung ihr Foto entdeckt. Die beigefügte Telefonnummer funktioniert nicht. Anderen Frauen, deren Foto dort aufgetaucht ist, ist bereits Schlimmes widerfahren.

    Zoe hat Mühe, die Polizistin Kelly, die in der U-Bahn eingesetzt ist, zu überzeugen, dass dieses Inserat nicht harmlos ist. Wenn überall Überwachungskameras hängen, kann das der öffentlichen Sicherheit dienen, aber genauso zur Verfolgung einzelner Personen benützt werden. Pendler zu stalken ist einfach. Die steigen jedes Mal bei derselben Station ein, steigen zur üblichen Zeit am üblichen Ort aus.

    Origineller Plot

    Jemand hat daraus ein Geschäftsmodell entwickelt. Und dass jeder perverse Gelüste hegen kann, ein fremder Hacker, der Freund, der Arbeitgeber, ist doch ziemlich unheimlich. Die Autorin hat zwölf Jahre im britischen Criminal Investigation Department gearbeitet und erweist sich als gute Erzählerin mit einem originellen Plot. (Ingeborg Sperl, Album, 4.2.2017)

    • Clare Mackintosh, "Alleine bist du nie". Deutsch von Sabine Schilasky. € 11,30 / 445 Seiten. Bastei Lübbe, München 2017
      foto: bastei lübbe

      Clare Mackintosh, "Alleine bist du nie". Deutsch von Sabine Schilasky. € 11,30 / 445 Seiten. Bastei Lübbe, München 2017

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