Uber-Chef verlässt Trumps Beratergremium

3. Februar 2017, 07:57
179 Postings

Viele Mitarbeiter, aber auch Kunden des Taxiunternehmens lehnen die Einreisepolitik des US-Präsidenten ab

Washington – Travis Kalanick, Chef des Taxiunternehmens Uber, will einem Beratungsgremium des US-Präsidenten Donald Trump den Rücken kehren. Er geriet immer mehr unter Druck seitens seiner Mitarbeiter, die oft selbst Immigranten sind und sich nicht mit der Einreisepolitik US-Präsident Donald Trumps einverstanden erklären. Aber auch Uber-Nutzer und Aktivisten zeigten sich wenig begeistert von dem Unternehmen und dessen Verbindungen mit dem US-Präsidenten. Auf Social Media riefen viele dazu auf, Uber-Accounts zu löschen.

Die "New York Times" und CNN zitierten am Donnerstag aus einer Mail Kalanicks an seine Mitarbeiter. Darin heißt es, er habe am gleichen Tag mit Trump über dessen Einwanderungsbann sowie die Auswirkungen des Verbots gesprochen und den Präsidenten über seinen Rückzug informiert. Mittlerweile wurde der Ausstieg Kalanicks aus dem Gremium von einer Uber-Sprecherin bestätigt.

Treffen am Freitag

"Der Gruppe anzugehören, war weder als Unterstützung des Präsidenten noch seiner Agenda gemeint", schrieb Kalanick, "es wurde aber fälschlich genau so verstanden". Kalanick hätte eigentlich an einem für diesen Freitag mit Spannung erwarteten Treffen mit Trump im Weißen Haus teilnehmen sollen, das als "Strategie- und Politikforum" überschrieben ist.

Kalanick war einer von 16 Firmenchefs, die in dem Gremium dem Präsidenten überparteilichen Rat geben und ihn über Auswirkungen seiner Politik informieren sollen . Zu den anderen gehören General-Electric-CEO Jack Welch und Elon Musk (Tesla, SpaceX). Nun stellt sich die Frage, ob der Rückzug von Kalanick Auswirkungen auf die übrigen Firmenchefs haben wird.

Weltweite Proteste

Gegen Trumps Einreisebann, der für einen befristeten Zeitraum alle Flüchtlinge und die Staatsangehörigen aus sieben Ländern von den USA fernhält, gibt es weltweit Proteste. In den USA stellen sich auch mehrere Unternehmen aus dem Silicon Valley offen dagegen. Sie verweisen unter anderem darauf, wie wichtig Einwanderung und bestimmte Visa für den Erfolg ihrer Firmen sind. Viele Tech-Unternehmen sind von dem Bann unmittelbar betroffen. (Reuters, red, 3.2.2017)

  • Travis Kalanick will nicht mehr Berater von Donald Trump sein.
    foto: reuters/danish siddiqui

    Travis Kalanick will nicht mehr Berater von Donald Trump sein.

Share if you care.