Leverkusens Calhanoglu vier Monate gesperrt

2. Februar 2017, 19:08
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Internationaler Sportgerichtshof CAS bestätigte das Urteil der Fifa – Bayer-Spieler: "So etwas kann einen kaputt machen"

Lausanne/Leverkusen – Bittere Pille für Bayer Leverkusen und Hakan Calhanoglu: Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigte am Donnerstag die vom Weltverband Fifa ausgesprochene viermonatige Sperre wegen Vertragsbruchs gegen den offensiven Mittelfeldspieler. Die Saison ist für Calhanoglu damit vorzeitig beendet, er darf schon am Freitag (20.30 Uhr/Sky) im Gastspiel beim deutschen Bundesligisten Hamburger SV nicht mehr auflaufen und muss zudem 100.000 Euro Strafe zahlen. Ein Einspruch gegen das Urteil ist nicht möglich.

"So etwas kann einen kaputt machen. Aber ich habe in meiner Karriere schon einiges erlebt. Diese Angelegenheit wird mich nur noch stärker machen. Das Schlimmste für mich ist, dass mein Klub Bayer in Mitleidenschaft gezogen wird. Das macht mich traurig. Ich habe Schuldgefühle, es tut mir unendlich leid", sagte Calhanoglu im Interview mit dem "Express".

Leverkusen zeigt wenig Verständnis für die Sperre. "Wir bedauern natürlich diese für uns in keiner Weise nachvollziehbare Entscheidung", sagte Sportdirektor Rudi Völler: "Sie ist ein schwerer Schlag für Hakan, aber auch für uns. Obwohl Bayer 04 Leverkusen nichts mit den Vorgängen im Jahr 2011 zu tun hat, werden auch wir schwer bestraft. Nun fehlt uns in der entscheidenden Saisonphase ein ganz wichtiger Spieler."

Wickel mit Trabzonspor

Hintergrund der Sperre ist eine Auseinandersetzung zwischen Calhanoglu und dem türkischen Erstligisten Trabzonspor. Während seiner Zeit beim Karlsruher SC im Jahr 2011 hatte Calhanoglu als Minderjähriger eine Vereinbarung mit Trabzonspor bezüglich eines Wechsels getroffen. Er verlängerte jedoch dann seinen Vertrag beim Karlsruher SC und wechselte später zum HSV. Der CAS sah genau wie die Fifa das Verhalten des Spielers als Vertragsbruch gegenüber Trabzonspor an und folgte daher dem Urteil des Weltverbandes aus dem Januar 2016. Calhanoglu habe gegen das Fifa-Reglement zu Transfers von Spielern verstoßen, hieß es im CAS-Urteil.

Bayer fehlt damit bei der Aufholjagd in der Liga und in der K.-o.-Phase der Champions League ein Schlüsselspieler. Der 22-Jährige, der im Sommer 2014 für 14,5 Millionen Euro von Hamburg nach Leverkusen gewechselt ist, erzielte in der laufenden Saison bei 15 Ligaeinsätzen sechs Tore und bereitete fünf Treffer vor.

Bei der mündlichen Verhandlung vor dem CAS im Oktober argumentierte Calhanoglus Berater Bektas Demirtas damit, dass sein Schützling 2011 noch minderjährig gewesen sei. Sein Vater Hüseyin hatte damals den Vertrag mit Trabzonspor unterschrieben.

"Hatte nur Fußball im Kopf"

"Ich war 17 Jahre alt und habe beim Karlsruher SC gespielt. Ich habe zufällig über einen Freund mitbekommen, dass sich mein Vater in Darmstadt in einem Restaurant mit Vertretern von Trabzonspor trifft", sagte Calhanoglu dem "Express". "In unserer Kultur hat der Vater das Sagen. Es gehört sich nicht, ihm keinen Respekt entgegenzubringen. Ich war 17 Jahre alt und war mir der Tragweite nicht bewusst. Ich hatte doch nur Fußball im Kopf. Ich habe meinem Vater vertraut." Das Vertrauen führte nun zu einem vorzeitigen Saisonende. (sid, 2.2.2017)

  • Hakan Calhanoglu will sich von dem Schlamassel nicht beirren lassen: "Diese Angelegenheit wird mich nur noch stärker machen."
    foto: apa/afp/francisco leong

    Hakan Calhanoglu will sich von dem Schlamassel nicht beirren lassen: "Diese Angelegenheit wird mich nur noch stärker machen."

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