Werbe-KV: Demo gegen Nulllohnrunde für 14.000 Betroffene

2. Februar 2017, 15:43
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Motto "Null Bock auf Nulllohnrunde!" – Arbeitgeber von Protesten verwundert

Wien – Die Lage zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in der Wiener Werbebranche stehen verstärkt auf Konfrontation. Es geht um den Kollektivvertrag "Werbung und Marktkommunikation", der für 14.000 Mitarbeiter gilt – und auf Eis liegt. Am Donnerstag demonstrierten laut Gewerkschaft GPA-djp deswegen hunderte Arbeitnehmer mit dem Motto "Null Bock auf Nulllohnrunde!" vor der Fachgruppe der Wirtschaftskammer.

"Wir verdienen mehr! Geld – Respekt – Kommunikation!", forderten die Demonstranten am Schwarzenbergplatz. Auf einem Plakat stand "Wo ist meine Gehaltserhöhung geblieben? Seit vielen Jahren gab es keine echten Gehaltserhöhungen!". Die Arbeitgebervertreter haben eine Arbeitnehmerdelegation auch zu sich vorgelassen.

Keine Lohn- und Gehaltserhöhungen

Hintergrund der angespannten Situation ist ein KV, der vor allem aus Arbeitgebersicht aber auch aus Arbeitnehmersicht als veraltert angesehen wird. Die beiden Seiten schafften es aber bisher nicht, sich auf einen neuen KV zu einigen. Dadurch liegt der derzeitige KV auf Eis. Und das wiederum bedeutet, die Arbeitnehmer bekommen keine Lohn- und Gehaltserhöhungen. Nach Betriebsversammlungen kam es am Donnerstag nunmehr zur ersten Demonstration.

"Die Inflation ist gestiegen, der Branche geht es gut, das beweist das Durchschnittswachstum von 4,6 Prozent im Vorjahr. Trotzdem weigern sich die Arbeitgeber, auch nur einen Cent an ihre Angestellten weiterzugeben", kritisierte Kurto Wendt, Verhandlungsleiter der Arbeitnehmer in einer Aussendung. "Wir fordern Verhandlungen über faire Gehaltserhöhungen jetzt."

Auch die GPA-djp habe null Verständnis für das Stocken der Verhandlungen, so Barbara Teiber, Regionalgeschäftsführerin GPA-djp Wien. Die Forderungen an die Arbeitgeber in der Werbung und Marktkommunikation lägen auf der Hand: "Wir appellieren einmal mehr an die Fachgruppe in der Wirtschaftskammer Wien, rasch ernsthafte und seriöse Verhandlungen aufzunehmen." Ohne faire Verhandlungen sei die heutige Demo nur ein "lautstarker Auftakt für weitere Aktionen". Es gehe um eine faire KV-Erhöhung.

An "Modernisierungsvorschlag" werde gearbeitet

Die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien betont in einer Aussendung, die Bereitschaft zur gemeinsamen Ausarbeitung eines neuen Kollektivvertrags. "Leider wurde die Einladung erneut ausgeschlagen. Die Fachgruppe arbeitet weiter an einem Modernisierungsvorschlag", heißt es.

Fachgruppen-Obmann Stephan Gustav Götz über die Proteste der GPA-djp: "Wir bemühen uns eine bessere Basis für die Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu schaffen. Es wäre schön, wenn wir die GPA-djp hier als Partner gewinnen könnten." Auf Basis eines über 40 Jahre alten KVs könne "keine faire und vernünftige Lösung" gefunden werden. (APA, red, 2.2.2017)

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