VW Amarok: Lieber nach Wels als nach Wien

5. Februar 2017, 12:36
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Arbeiten in der Doppelkabine: Die Kolleginnen waren vom Amarok und seinem Antrieb durchaus angetan

Wien/Wels – Den Amarok entführten wir erst in die schöne Gegend um Langenlois, wo das beistehende Foto entstanden ist, aber erst danach wurde es richtig spannend. Wels. Der Kanzler, ein nahezu historischer Auftritt. Und jede Menge Schnee.

foto: michael völker

Wir hatten einen Auftrag: Christian Kern würde in Wels seinen Plan A präsentieren, und wir würden diesen nach Strich und Faden aufdröseln, also Print, Online und Video, sprich: drei Leute. In der Garage in Wien machten Maria und Katharina erst einmal große Augen, weil großes Auto. Sinngemäß sagten sie: "Pfau!" "Amarok", erklärte ich souverän, "Doppelkabinenpickup von VW, Turbodiesel mit 224 PS, permanenter Allradantrieb." Die Kolleginnen nickten anerkennend, dann bat ich sie, Laptops, Kameras, Beautycase und Videoequipement hinten auf die Ladefläche zu werfen. Unsere Handtaschen würden wir vorn unterbringen.

Nutzi statt Limo

Der fehlende Kofferraum verweist darauf, dass der Amarok nicht unbedingt eine Reiselimousine ist, mehr ein Nutzfahrzeug. Raulederne Reisetaschen könnten auf der Ladefläche leiden. Der Amarok ist auch nicht das ideale Stadtauto, da stehen ihm und anderen die Länge von fünfmeterzwanzig im Weg. Aus diesem Grund verzichteten wir auch darauf, bei der Klubklausur der Grünen in Wien-Neubau, ausgerechnet, mit dem Amarok vorzufahren, das hätten die Grünen und die Neubauer als Provokation auffassen können.

foto: volkswagen

Für Wels aber perfekt. Und dann dieses Wetter! Irgendwie schafften wir es doch noch, unsere Ausrüstung auf einem der hinteren Sitze unterzubringen, die Kolleginnen zankten sich erst, wer vorn sitzen durfte, aber schon auf der Stadtausfahrt bei Auhof stimmten wir gemeinsam ein fröhliches Lied an, wie das bei Standard-Dienstausflügen so üblich ist. Kurz nach Wien setzte Schneetreiben ein, und wir warfen die Sitzheizung an (hinten gibt es keine).

Schnurrendes Kätzchen

Bis Wels, das wir rascher erreichten als geplant, schneite es dann dicht. Der Sechszylinder-Diesel klingt in der Stadt etwas angestrengt, wird er allerdings ausgefahren, schnurrt er wie ein Kätzchen. Das erleichterte uns angeregte Gespräche über das Spannungsfeld zwischen Print und Online, zwischendurch richteten wir Chefs aus, die anwesenden so nachsichtig wie höflich ausgenommen.

foto: michael völker

Vor der feierlich rot geschmückten Messehalle, in der uns Kanzler Christian Kern und sein Plan A erwarteten, parkten wir den dampfenden Amarok demonstrativ in der höchsten Schneewechte, die wir finden konnten, und stapften freudig erregt zum Foyer. Dass dieser Plan A der Auftakt zu einer ausgewachsenen Regierungskrise sein könnte, erahnten wir in Ansätzen.

Alle Kanäle

Jedenfalls ging auch diese etwas länglich geratene Rede zu Ende, wir tickerten, schrieben, analysierten, fotografierten, facebookten, twitterten, interviewten und filmten, so bedienten wir schließlich alle Kanäle, die ein aufgeschlossenes Medienhaus zur Verfügung hat. Draußen schneite es ohne Unterbrechung.

Es war gar nicht so einfach, den Amarok inmitten all der verirrten SPÖ-Funktionäre, die Schneehaufen abschritten, wieder zu finden, aber letztlich war unserer der größte Schneehaufen.

foto: volkswagen

Die Heimfahrt war kaum weniger anstrengend als die Kern-Rede, weil schneebedeckte Fahrbahn auch für die Autobahn galt – und zwar von Wels bis Wien. Während sich die anderen Fahrzeuge auf der rechten Fahrspur an der Leitplanke festklammerten, pflügten wir mit dem Amarok unbeirrt auf der weitgehend freien linken Spur in moderatem Tempo Richtung Wien. Die Kolleginnen hatten zwischen hinten und vorn Platz getauscht, das lag weniger an mir als daran, dass vorn doch mehr Platz ist, und so wurde am Beifahrersitz ein Video geschnitten, weit nach Mitternacht waren wir schließlich in Wien. (Michael Völker, 5.2.2017)

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Volkswagen

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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