Gedränge um ATV – Sender sagt Programmparty ab

    2. Februar 2017, 13:24
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    "Smart Party" Mitte Februar findet nicht statt

    Wien – Über das Schicksal von ATV ist weiterhin offiziell nichts bekannt, der Sender ist aber vorerst einmal nicht in Feierlaune: Die für 16. Februar geplante "Smart Party" zur Präsentation der Programmhighlights wurde am Donnerstag abgesagt. Gründe dafür werden bei ATV nicht genannt, dass der bevorstehende Verkauf damit zu tun hat, liegt aber nahe.

    Auf der Homepage der Bundeswettbewerbsbehörde war am Donnerstag noch keine Information über einen gemeldeten Zusammenschluss zu finden. ATV-Eigentümer Herbert Kloiber hatte die Verhandlungen mit ProSiebenSat.1 ja zwei Tage zuvor "im Zielkorridor" gesehen. Woraufhin sich umgehend andere Interessenten meldeten: "Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner sagte dem "Horizont", er könne "binnen weniger Tage ein rechtsverbindliches Angebot abgeben und die Finanzierung auf den Tisch legen". Voraussetzung sei freilich eine Due-Diligence-Prüfung. "Und diese wurde bisher nur ProSiebenSat.1 gestattet, uns nicht." Der STANDARD hatte zuvor schon von Fellners Interesse an ATV berichtet.

    Eva Dichand und Mediaprint

    Auch "Heute"-Herausgeberin Eva Dichand zeigte sich in Senderkauflaune – erst via Twitter, dann in Stellungnahmen etwa gegenüber dem STANDARD. "Ich werde nächste Woche ein Angebot mit einem internationalen Partner für den Kauf von ATV abgeben", wurde eine Stellungnahme Dichands zitiert. "Ich bin der Meinung, dass zumindest ein Privatsender in Österreich von einer österreichischen Mediengruppe, wenn auch in Kooperation mit einem internationalen Fernsehsender, betrieben werden sollte." Und auch die Mediaprint, hinter der die "Kronen Zeitung" sowie der "Kurier" stehen, hat nach APA-Informationen gemeinsam mit dem deutschen Privatsender RTL und der Funke-Mediengruppe ein Angebot gelegt.

    Alle wollen also ATV? Das mag überraschen, hat doch Kloiber selbst die Braut nicht gerade als besonders attraktiv angepriesen. Die Branche diskutiert daher derzeit auch angeregt, inwieweit die Interessensbekundungen wohl strategische Zwecke verfolgen. Je begehrter ATV wirkt, desto eher könnte die Bundeswettbewerbsbehörde schärfere Auflagen verhängen, wird spekuliert. Offizielle Statements dazu gibt es aus der BWB freilich nicht. Als mögliche Auflagen werden aber eine getrennte Werbevermarktung und eine weiter eigenständige ATV-Redaktion kolportiert. (APA, 2.2.2017)

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