Niederlande setzen bei Wahl aus Angst vor Hacks auf Handauszählung

2. Februar 2017, 08:20
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Innenminister: "Es darf nicht den geringsten Zweifel geben"

Aus Angst vor Hackerangriffen werden bei den niederländischen Parlamentswahlen am 15. März Wahlzettel nur per Hand ausgezählt. "Es darf nicht den geringsten Zweifel geben", erklärte Innenminister Ronald Plasterk am Mittwoch. Er verwies auf Medienberichte der vergangenen Tage, wonach die Computersysteme manipuliert werden könnten.

Dem Sender RTL News sagte Plasterk zudem, es gebe Hinweise, dass etwa Russland am Wahlausgang interessiert sein könnte. "Bei der nächsten Wahl sollten wir auf das gute alte Papier zurückgreifen."

Ähnlich wie in Deutschland wählen die Niederländer mit Zetteln, die vor Ort ausgezählt werden. Auf regionaler und nationaler Ebene werden die Stimmen allerdings per Computer zusammengerechnet. Den Medienberichten zufolge sind die Rechner für Angriffe anfällig. So soll die Software zwar auf CD-ROM ausgeliefert worden sein. Sie sei aber auf alten Computern mit Internetverbindung installiert worden.

Im US-Präsidentschaftswahlkampf waren Computer der Demokratischen Partei mehrmals Ziele von Hackerangriffen. Anschließend wurden interne E-Mails veröffentlicht, die der Kandidatin Hillary Clinton mutmaßlich schadeten. Nach Ansicht der US-Geheimdienste stand Russland hinter den Angriffen, was die Regierung in Moskau zurückgewiesen hat. (APA, 2.2.2017)

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