Dichand: "Heute" will ATV mit "internationalem Medienunternehmen"

    1. Februar 2017, 18:41
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    Einstieg über Verlagsgesellschaft AHVV mit Tamedia geplant, sagt Herausgeberin

    Wien – Die Gratiszeitung "Heute" will ATV zusammen mit einem – noch – nicht genannten "internationalen Medienunternehmen" aus dem TV-Sektor kaufen: Das erklärt Herausgeberin Eva Dichand nach ihrer Ankündigung eines Kaufangebots via Twitter auf STANDARD-Anfrage. Einem weiteren internationalen Medienunternehmen: Bei ATV würde "Heute" über seine Verlagsgesellschaft einsteigen – mit dem Schweizer Konzern Tamedia an Bord.

    Tamedia hält 25,5 Prozent am Verlag von "Heute" und werde "einen entsprechenden Anteil miterwerben", kündigt Dichand in einer schriftlichen Stellungnahme an. Ob in dem Konsortium zum Kauf von ATV der "Heute"-Verlag oder das "internationale Medienunternehmen" die Mehrheit haben, stehe derzeit noch nicht fest, erklärt die "Heute"-Herausgeberin.

    Zwei Gruppen

    Eva Dichand erklärt das geplante Kaufangebot so: "Ich bin der Meinung, dass zumindest ein Privatsender in Österreich von einer österreichischen Mediengruppe, wenn auch in Kooperation mit einem internationalen Fernsehsender, betrieben werden sollte. Es wäre schade, wenn es nicht zwei Privatsender mit unterschiedlichen Eigentümern in Österreich gäbe."

    Dichand im O-Ton: "Wir werden daher in einem Konsortium mit einem internationalen Medienunternehmen ein Angebot für ATV legen. Dies werden wir mit der Verlagsgesellschaft von 'Heute' machen. TA Media besitzt hier bekanntlich 25,5 Prozent und wird daher je nach Höhe des Anteils, den der 'Heute'-Verlag im Falle eines Zuschlages erwerben sollte, einen entsprechenden Anteil 'miterwerben'. In welchem Verhältnis, ob 'Heute' die Mehrheit oder unser Partner die Mehrheit im Konsortium haben wird, steht derzeit noch nicht fest. Alles Weitere zu gegebenem Zeitpunkt."

    Von RTL bis CME

    Die RTL Group hat einen Einstieg bei ATV mehrfach durchgerechnet, sie zeigte sich bisher aber nicht kaufwillig. Die RTL-Vermarktungsgesellschaft IP Austria gehört zu je 50 Prozent der deutschen RTL-Tochter IP und der "Kronen Zeitung". Die "Krone" beziehungsweise die Mediaprint interessierte sich ebenfalls für einen ATV-Einstieg.

    Eigentümer Herbert Kloiber konzentrierte sich bisher allerdings auf ProSiebenSat1Puls4, eine Tochter des Münchner TV-Konzerns ProSiebenSat1, als Käufer. Sie ist schon bisher die größte private Fernsehgruppe in Österreich.

    Die Fernsehgruppe CME – mit Verbindung zu Turner – betreibt etwa in der Slowakei den größten Privatsender, Geschäftsführer dort ist der Österreicher Matthias Settele.

    Was käme da noch infrage? Viacom/Discovery haben die skandinavischen Sender der SBS-Gruppe gekauft, MTG/Viasat, aktiv in Skandinavien, Tschechien und Bulgarien, Disney und Scripps, die in Polen die TVN-Gruppe gekauft haben. Sky im Free TV wäre eher überraschend. (fid, 1.2.2017)

    • Eva Dichand will bei ATV einsteigen.
      foto: ahvv verlags gmbh / helmut graf

      Eva Dichand will bei ATV einsteigen.

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