Kreuz-Kopftuch-Aktivismus

Einserkastl1. Februar 2017, 17:35
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Es wäre besser, unsere Verteidiger der Liberalität würden weniger Eifer bei der Errichtung eines Überwachungsstaates zeigen

Das Kreuz im Gerichtssaal bleibt (werden aus Gottesfurcht weniger Meineide geschworen?). Dafür dürfen Richterinnen und Polizistinnen bei der Amtsausübung kein Kopftuch tragen. Was ist mit den Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen, bei denen die Kopftuchwahrscheinlichkeit viel höher ist? Das betrifft nicht den "hoheitlichen Staat", winden sich die Regierungskoordinatoren, da gibt es kein Verbot. Obwohl kürzlich der Migrationsforscher Heinz Faßmann dafür war. Was ist mit dem Kreuz im Klassenzimmer? "Historisch gewachsen", sagt Faßmann.

Ein Durcheinander. Hauptmotiv dieses in sich eher unlogischen Kreuz-Kopftuch-Aktivismus der Regierung ist die Erkenntnis, dass es der Mehrheitsbevölkerung hier um "Identität" geht – weniger um Religion oder "Symbole der Unterdrückung" (Sebastian Kurz), sondern darum, dass sich eine andere Kultur nicht zu auffällig oder gar fordernd präsentieren können soll.

Gut, Liberalität soll gegen autoritär-patriarchalische Rückständigkeit verteidigt werden. Und unsere christlich geprägte Kultur soll ihren Platz im Alltag haben. Allerdings wäre es besser, würden unsere Verteidiger der Liberalität nicht einen solchen Eifer bei der Errichtung eines Überwachungsstaates zeigen; und würden unsere "Das Kreuz muss bleiben"-Politiker mehr christliche Tugenden etwa bei der Behandlung von Flüchtlingskindern zeigen. (Hans Rauscher, 1.2.2017)

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