Airbnb arbeitet sich zu Geschäftskunden vor

2. Februar 2017, 10:59
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Der Zimmervermittler will am Geschäft mit Businesskunden mitnaschen. Zu beachten sind Fallstricke für Firmen, die ihre Mitarbeiter via Airbnb übernachten lassen

Wien – Der Onlinezimmervermittler Airbnb will vermehrt auch in das Geschäft mit Übernachtungen von Businesskunden vorstoßen. Etwa zehn Prozent der vermittelten Nächtigungen hätten bereits jetzt einen geschäftlichen Hintergrund, erläutert Airbnb-Sprecher Julian Trautwein. Allein in 2016 hätten 150.000 Unternehmen Airbnb für Geschäftsreisen genutzt um eine Buchung zu tätigen. Globale Kunden dafür: Google oder der Autovermieter Sixt.

Laut einer Analyse von Concur buchen immer mehr Unternehmen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien Unterkünfte für ihre reisenden Mitarbeiter via Airbnb. Concur ist ein Anbieter von Software für Geschäftsreisemanagement und gehört zum deutschen Konzern SAP. Laut Berechnungen von Concur wurden in den letzten zwei Jahren in den drei Ländern rund neun Millionen Euro über die Plattform umgesetzt.

Steuerliche Grauzone

Die Fallstricke für die Firmen, die ihre Mitarbeiter via Airbnb übernachten lassen, sind aber nicht ohne. Denn dieses Übernachten ist bekanntlich eine steuerlich-rechtliche Grauzone, gegen die viele Stadtverwaltungen vorgehen. Josef Peterleithner, Präsident des Österreichischen Reiseverbandes sieht deshalb das Thema "in Österreich noch nicht recht angekommen".

Airbnb selbst hat für Vermieter, die auf das Geschäft mit Businesskunden abzielen, eine eigene Kategorie entwickelt: Der Vermieter muss 24 Stunden erreichbar sein, oder es muss einen laptopgerechten Arbeitsplatz geben.

Abrechnungsprobleme mit der Rechnung, die der Geschäftskunde von seinem Vermieter erhält, gebe es nicht, wird bei Airbnb betont. Man sei sogar mit dem Geschäftsreisebereich von American Express GBT (American Express Global Business Travel) eine Partnerschaft eingegangen. Dabei wird Airbnb für Geschäftsreisen als bevorzugter Anbieter für Nutzer des American Express Global Business Travel Programms (GBT) integriert. Reisende können so ihre Unterkünfte für Geschäftsreisen direkt über Airbnb buchen und Travelmanager so die Sicherheit der Reisenden erhöhen.

Was die Versteuerung betrifft, sei es genauso wie im Privatgeschäft: Airbnb führe "ordnungsgemäß auf der ganzen Welt Steuern auf die erhobenen Servicegebühren für Gastgeber und Gäste ab." Alle Gastgeber in Österreich (so wie auch in anderen Ländern) bekämen regelmäßig eine Aufstellung von Airbnb über ihre Einnahmen, die versteuert werden müssen sowie eine Erinnerung, dass sie auf diese Einkommensteuern zahlen müssen, betont Trautwein. (Johanna Ruzicka, 2.2.2017, korrigiert 3.2.2017)

  • Ein Foto eines echten Apartments in Chigaco. Die Zimmervermieter haben sich einiges ausgedacht: Die Deko gemahnt an Vincent van Gogh's Bild seines realen Zimmers in Südfrankreich.
    foto: ap/art institute of chicago

    Ein Foto eines echten Apartments in Chigaco. Die Zimmervermieter haben sich einiges ausgedacht: Die Deko gemahnt an Vincent van Gogh's Bild seines realen Zimmers in Südfrankreich.

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