Spenden: Für Donald Trump ist nach der Wahl vor der Wahl

2. Februar 2017, 07:35
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Trotz Wahlsiegs sammelt Donald Trump weiter Spenden und hält seine Wahlkampfmaschine mit Zahlungen am Leben

Wer geglaubt hat, dass nach der langen US-Wahlkampagne nun Ruhe in die Wahlkampfmaschine von Donald Trump eingekehrt ist, wurde diese Woche eines Besseren belehrt.

Trumps Team ist offenbar auf Dauerwahlkampf ausgerichtet: Wie nun veröffentlichte Zahlen der US-Bundeswahlbehörde FEC zeigen, sammelten Trump und ihm zugehörige Wahlkomitees im Dezember 2016 – also einen Monat nach seinem Wahlsieg – weitere elf Millionen Dollar von Spendern ein.

"America First Policies"

Normalerweise übergeben US-Präsidenten nach geschlagener Wahl ihre Wahlkampforganisation ihren jeweiligen Parteiapparaten.

Nicht so Donald Trump: Nicht nur, dass der Republikaner seine Wahlkampforganisation mit einem kleinen Stab im Trump-Tower behält, um weiter Spenden zu lukrieren und Spenderlisten auszubauen. Trumps Umfeld hat auch eine neue Non-Profit-Organisation "America First Policies" gegründet, die offenbar dazu dienen soll, seine Agenda öffentlichkeitswirksam zu verkaufen.

Ausgaben

Doch nicht nur bei den Einnahmen, auch bei den Ausgaben ist Trump weiter auf Wahlkampf ausgerichtet:

  • Giles-Parscale, ein Branding- und Marketingunternehmen, das von Trumps Digitaldirektor geleitet wird, erhielt im Dezember mehr als eine halbe Million Dollar für Onlinewerbung und Consulting.
  • Cambridge Analytica erhielt mehr als 300.000 Dollar von der Trump-Kampagne für Datenmanagementdienste.
  • Hunderttausende Dollar wurden auch für Kappen mit Trumps Slogan "Make America Great Again" ausgegeben. Mehrere Millionen wurden für T-Shirts, Trump-Kaffeetassen und Sticker zur Verfügung gestellt – wohlgemerkt nach dem Wahlsieg Trumps.
  • Trotz der Tatsache, dass Donald Trump sowohl vor als auch nach der Wahl Schutz durch den Secret Service erhielt, gab seine Wahlkampforganisation im Dezember mehr als 60.000 Dollar für private Bodyguards aus. Im Gegenzug zahlte der Secret Service, der für den Schutz des Präsidenten zuständig ist, dem Trump-Wahlkampfteam rund drei Millionen Dollar nach der gewonnen Wahl, um mit dem Präsidenten zu dessen Siegesfeiern zu reisen. Zur Erklärung: Während dieser Zeit reiste Trump mit seinem Privatjet zu Siegeskundgebungen. Der Secret Service erstattete Trump die Kosten für die im Jet mitgereisten Agenten.

Trump zahlt Trump

Profiteur der Trump-Wahlkampfmaschine nach dem Wahlkampf blieb aber auch Donald Trump selbst: Firmen, die den Namen Trump tragen, kassierten nach dem Wahlsieg mehr als 200.000 Dollar – den Großteil davon als Miete für den von der Wahlkampfzentrale benutzten Trump-Tower. (stb, 2.2.2017)

  • Trotz Wahlsieges weiter Wahlkampfzentrale: Der Trump-Tower in New York.
    foto: reuters/carlo allegri/file photo

    Trotz Wahlsieges weiter Wahlkampfzentrale: Der Trump-Tower in New York.

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