Steiermark: Sieben Masern-Fälle seit Jahresbeginn

1. Februar 2017, 13:12
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Auch Mitarbeiter der Steiermärkischen Krankenanstalten sind unter den Patienten. Besonders in diesen Berufen brauche es höhere Durchimpfungsraten, sagen Experten

Sieben Fälle von Masern hat es seit Anfang des Jahres in der Steiermark gegeben. Aktuell sind laut Sanitätsdirektion drei Kleinkinder und vier Erwachsene aus Graz, Graz-Umgebung und dem Bezirk Deutschlandsberg betroffen. Zwei weitere Fälle wurden bekannt, aber noch nicht ausgewertet. Bei zwei Patienten handelt es sich um nicht geimpfte Mitarbeiter der Steiermärkischen Krankenanstalten.

"Der Jänner ist traditionell ein starker Monat, was die Masern-Fälle anbelangt, im Vorjahr waren es allerdings doch weniger", sagt Ursula Schreiber von der Landessanitätsdirektion Steiermark. Generell zeige sich hier wieder das Problem der zu geringen Durchimpfungsrate: "Wir haben je nach Bezirk eine Durchimpfungsrate zwischen 68 und 80 Prozent, wir bräuchten aber nach den Empfehlungen der WHO 95 Prozent", sagt Schreiber. Der Impfstoff sei "für alle Menschen im Land gratis. Mehr kann man schon fast nicht mehr tun", so die steirische Obersanitätsrätin.

Dringender Handlungsbedarf

Zwei der erwachsenen Erkrankten arbeiten in Häusern der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (Kages), wie die "Kleine Zeitung" berichtete. Hier sieht die Beamtin der Landessanitätsdirektion "dringenden Handlungsbedarf. Wir informieren ständig über die hoch ansteckende Krankheit und den Impfbedarf".

"Wir können die Leute nicht zwingen", entgegnet der Leiter des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der Kages, Klaus Vander. Mit Jänner 2015 habe man "nach zähem Ringen" eine Impfrichtlinie herausgebracht, die den Impfschutz der klassischen präventablen Erkrankungen zu einer Voraussetzung für ein Dienstverhältnis macht. "Den anderen Mitarbeitern mit älterem Dienstverhältnis können wir es nur anbieten und sie werden stärkstens umworben", betont Vander. Wie viele Mitarbeiter tatsächlich nicht geimpft sind, kann Vander nicht nennen: "Organisatorisch ist es kaum möglich, eine Screeninguntersuchung auf Masern-Antikörper zu machen", sagt der Institutsleiter. (APA, 1.2.2017)

  • Die Durchimpfungsraten gegen Masern in Österreich sind zu niedrig.
    foto: wikipedia/ricketts, t. f, casell and company/(CC-Lizenz)

    Die Durchimpfungsraten gegen Masern in Österreich sind zu niedrig.

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