US-Armee: Taliban kontrollieren immer mehr von Afghanistan

1. Februar 2017, 12:53
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Sicherheitskräfte bauen Personal ab – Immer mehr zivile Opfer

Kabul – In Afghanistan verliert die Regierung nach Angaben des US-Militärs immer mehr Gebiete an die wieder erstarkenden radikalislamischen Taliban. Weniger als 60 Prozent des Landes sei noch unter Kontrolle der afghanischen Behörden, heißt es in einem am Mittwoch vorgelegten Bericht der Agentur für den Wiederaufbau des Landes an den US-Kongress unter Berufung auf Schätzungen des US-Militärs.

Der Einflussbereich der Regierung habe damit gegenüber dem Vorjahr um weitere 15 Prozent abgenommen. Die afghanischen Sicherheitskräfte bauten Personal ab, während die Zahl der Zwischenfälle sowie der Einfluss der Regierungsgegner stiegen. Zudem würden immer mehr Stützpunkte im Land aufgegeben, um die Kräfte in den am stärksten bedrohten Gebieten zusammenzuziehen.

Viele zivile Opfer

Dem Bericht zufolge leben mehr als neun Millionen Menschen in umkämpften Gebieten. Dies habe zu einer der höchsten Raten an zivilen Opfern in Afghanistan geführt, welche die Vereinten Nationen in dem Land jemals verzeichnet hätten. Etwa 2,5 Millionen Menschen lebten in Gegenden, die unter Kontrolle oder Einfluss der Aufständischen seien.

Im Land tobt seit Jahren nach dem weitgehenden Rückzug der NATO- und US-Kampftruppen weiterhin der Konflikt zwischen den vom Westen unterstützten Regierungstruppen und den Taliban. Die Taliban waren 2001 per US-Invasion nach den 9/11-Anschlägen gestürzt worden, weil sie den Anführern des Terrornetzwerk Al-Kaida Unterschlupf gewährten. Zehntausende Afghanen haben wegen der Lage in ihrem Land Zuflucht in Europa gesucht. (APA, 1.2.2017)

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