US-Einreiseverbot: Gewerkschaften der Filmindustrie protestieren

1. Februar 2017, 11:40
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Verband der Regisseure: Filme sollen die Menschheit zusammenbringen

Los Angeles – Zwei der einflussreichsten Gewerkschaften der US-Filmindustrie haben Präsident Donald Trumps Einreiseverbot für Bürger aus sieben muslimischen Ländern in die USA verurteilt. "Künstler sollten unabhängig von Herkunft, Glaube und Geschlecht in die USA einreisen können, um ihre Arbeit zu zeigen", hieß es am Dienstag (Ortszeit) in einer Mitteilung der Gewerkschaft Directors Guild of America (DGA).

Der offene Austausch von Kunst sei sehr wichtig, schrieb die Gewerkschaft, die die Interessen von US-Regisseuren aus der Film- und Fernsehbranche vertritt. Film und Fernsehen hätten zunehmend die Aufgabe, "die Menschheit näher zusammenzubringen und Grenzen und Kulturen zu überwinden".

Die Gewerkschaft SAG-AFTRA (Screen Actors Guild-American Federation of Television and Radio Artists), die mehr als 160.000 Schauspieler vertritt, schloss sich der Kritik an. "Diese Einwanderungspolitik ist falsch", erklärte SAG-AFTRA laut Branchenmagazin "Variety". Bei der Vergabe der SAG-Awards am Sonntag hatten sich zahlreiche Künstler gegen Trumps Einwanderungspolitik ausgesprochen.

Trump hatte am Freitag per Dekret verfügt, dass Bürger aus dem Irak, Iran, Libyen, Somalia, Syrien, Sudan und Jemen 90 Tage lang keine Visa für die USA erhalten. Flüchtlingen aus aller Welt ist die Einreise für 120 Tage untersagt, syrischen Flüchtlingen sogar auf unbestimmte Zeit. Trump will bald neue striktere Überprüfungsmechanismen ausarbeiten lassen, um "radikale islamische Terroristen" aus den USA fernzuhalten. (APA, 1.2.2017)

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