TV-Konzern RTL erwägt Trennung von Online-Video-Firma BroadbandTV

    1. Februar 2017, 10:46
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    Börsengang oder Verkauf als Optionen

    Der Fernsehkonzern RTL Group stellt eine seiner wichtigsten Beteiligungen im Digitalgeschäft auf den Prüfstand. Das Unternehmen verzichte auf sein Recht zur Anteilsaufstockung bei dem Online-Video-Dienstleister BroadbandTV und lote zusammen mit den Minderheitsgesellschaftern alle strategischen Optionen aus, teilte RTL am Dienstag überraschend mit.

    Dazu zählten ein Verkauf, ein Börsengang oder eine Fortsetzung der Beteiligung mit einem neuen Partnerinvestor, sagte ein Konzernsprecher. Mit der Prüfung wurde die Investmentbank Liontree beauftragt.

    Mit 400 Millionen Euro bewertet

    Die europäische Fernsehgruppe, die 2013 zu 51 Prozent bei dem kanadischen Start-up eingestiegen war, hatte seit dem vergangenen Jahr eine Übernahme der übrigen Anteile erwogen. Diese liegen bei Firmenchefin und Gründerin Shahrzad Rafati und anderen Investoren aus der Anfangszeit des 2005 gegründeten Unternehmens. Eine Bewertung von BroadbandTV habe für den Minderheitsanteil einen höheren Preis ergeben, als RTL zu zahlen bereit gewesen sei, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Am Markt hatten Branchenexperten BroadbandTV mit einer Größenordnung von 400 Millionen Euro bewertet.

    BroadbandTV bündelt als sogenanntes Multichannel-Netzwerk Videos auf Youtube und lotst damit Nutzer durch das unüberschaubare, werbefinanzierte Angebot. Weitere große Digital-Beteiligungen von RTL sind das Multichannel-Netzwerk Stylehaul und der Online-Video-Werbevermarkter SpotX.

    RTL veröffentlicht keine Geschäftszahlen zu einzelnen Beteiligungen. Die gesamte Digitalsparte erlöste nach Angaben eines Insiders im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als 660 Millionen Euro. Der Konzern will seine Zahlen am 9. März veröffentlichen. (Reuters, 1.2. 2017)

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