Chelsea punktet in Liverpool

31. Jänner 2017, 23:43
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Tabellenführer holt in Anfield 1:1-Remis, Liverpool-Keeper Mignolet im Mittelpunkt – Arsenal unterliegt Watford, Tottenham lässt in Sunderland Federn

Liverpool – Der FC Liverpool hat zwar einen Schritt aus der Krise geschafft, gleichzeitig aber wohl die Chance auf ein Comeback im Titelkampf der englischen Premier League verspielt. 2017 war für die Gastgeber bisher enttäuschend verlaufen. In acht Spielen war nur ein Sieg gelungen, zuletzt in den vergangenen Tagen war man sowohl im Liga-Pokal als auch im FA Cup blamabel gescheitert.

Am Dienstagabend kam das Team von Trainer Jürgen Klopp an der Anfield Road gegen den souveränen Tabellenführer FC Chelsea zu einem achtbare 1:1 (0:1), doch der Rückstand auf die Londoner beträgt weiter mächtige zehn Punkte – die Chance auf die Meisterschaft dürfte nach 23 von 38 Spieltagen perdu sein. Für ein wie gewohnt clever agierendes Chelsea dagegen ist der Punkt Gold wert – besonders mit Blick auf die weiteren Resultate dieser 23. Runde.

Kuriose Chelsea-Führung

Ein Hauptdarsteller an diesem nassen Abend war Liverpools belgischer Keeper Simon Mignolet. In der 25. Minute erlebte er einen schrecklichen Moment: während Mignolet ("Ich habe den Pfiff nicht gehört") noch dabei war, seine Mauer zu positionieren, führte Chelsea-Verteidiger David Luiz ("Manchmal musst du etwas Überraschendes probieren") einen Freistoß schnell aus und erwischte alle auf dem falschen Fuß. Chelsea führte.

Dabei war Liverpool stark gestartet und hatte die Partie ganz klar beherrscht. Bis zu 87 Prozent Ballbesitz wies die Statistik den Gastgebern in der Anfangsphase aus. Schneidiges Pressing behinderte den Spielaufbau des Teams von Coach Antonio Conte ganz erheblich. Allein, zu Chancen kamen die Liverpooler nicht.

Das Tor veränderte den Charakter der Partie, für den Rest der ersten Halbzeit war den Reds die Konsternation deutlich anzumerken. Doch nach Seitenwechsel riss sich die Elf zusammen. Man kämpfte sich ins Match zurück, erzwang das eigene Comeback. Die Blues bekamen Probleme und schließlich traf Georginio Wijnaldum (57.) per Kopf. Erneut zeigte sich eine gewisse Verwundbarkeit der Chelsea-Defensive bei Flankenbällen.

In der Folge erarbeitete sich Liverpool Chancen auf weitere Tore, stand dann aber erneut vor einer kalten Dusche. Diego Costa wurde von Joel Matip im Strafraum gefoult, Referee Mark Clattenburg entschied folgerichtig auf Elfmeter (77.). Mignolet jedoch packte die Gelegenheit beim Schopf und rehabilitierte sich stilgerecht, indem er den vom Spanier selbst ausgeführten Strafstoß abwehrte.

Im Finish einer mitreißenden Partie änderte sich am Resultat nichts mehr. Abgeklärte Blues hatten wohl so ziemlich das, was sie wollten. Klopp lobte Mentalität und Leistung seiner Mannschaft: "Ich bin froh, dass wir zeigen konnten, dass es uns noch gibt."

Verfolger schwächeln

Einen herben Nierenschlag musste der FC Arsenal einstecken. Die Londoner unterlagen Sebastian Prödls FC Watford mit 1:2 (0:2) und wurden in der Tabelle vom punktegleichen Tottenham Hotspur auf Platz drei verdrängt, das seinerseits beim Vorletzten Sunderland nicht über ein 0:0 hinaus kam. Beiden Teams fehlen neun Punkte auf Leader Chelsea. Kevin Wimmer erlebte das Remis auf der Bank.

Die Mannschaft von Teammanager Arsène Wenger, der das Spiel aufgrund einer Vier-Spiele-Sperre von der Tribüne aus verfolgen musste, geriet schon früh in Rückstand: Younes Kaboul (10.) und Troy Deeney (13.) trafen für die Gäste. Nach der Pause gelang nicht mehr als der Anschlusstreffer durch Alex Iwobi (58.) erzielte das Tor für Arsenal.

Will Arsenal weiter um den Titel mitspielen, ist am Samstag ein Sieg beim Spitzenreiter vonnöten. Chelsea empfängt den Konkurrenten an der heimischen Stamford Bridge. Fast trotzig meinte der bei Arsenals Fans einmal mehr hinterfragte Wenger zur Ausgangslage: "Wir müssen auf diese Enttäuschung eine Antwort geben."

Einen weiteren Rückschlag setzte es für Titelverteidiger Leicester City mit Christian Fuchs. Der Meister kassierte mit einem 0:1 in Burnley die vierte Liganiederlage in Serie und rutschte auf Rang 16 ab. (bausch, sid, 31.1. 2017)


  • Liverpools Simon Mignolet hält Diego Costas Elfer.
    foto: reuters/recine

    Liverpools Simon Mignolet hält Diego Costas Elfer.

  • Die Reaktion von Chelsea-Trainer Antonio Conte nach dem Schlusspfiff lässt über den Gemütszustand des Italieners keinen Zweifel zu.
    foto: ap/thompson

    Die Reaktion von Chelsea-Trainer Antonio Conte nach dem Schlusspfiff lässt über den Gemütszustand des Italieners keinen Zweifel zu.

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