17 gesellschaftliche Aktivisten in Kolumbien getötet

31. Jänner 2017, 21:01
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Morde seit Anfang Dezember – Guerilla macht Paramilitärs verantwortlich

Bogota – In Kolumbien sind seit Abschluss des Friedensabkommens zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla 17 Anführer sozialer Organisationen ermordet worden. Dies teilte ein staatlicher Opferverband am Montag mit. Die FARC und mehrere Organisationen machen rechte Paramilitärs für die Gewalttaten verantwortlich, die Regierung verweist eher auf Drogenbanden als Drahtzieher.

Das Friedensabkommen beendete am 1. Dezember 2016 den länger als 50 Jahre währenden Bürgerkrieg in Kolumbien.

"Das Land darf das Ermorden gesellschaftlicher Aktivisten nicht akzeptieren", schreibt Alan Jara, Direktor der staatlichen Opfervereinigung. Er sei "sehr beunruhigt". Nach Angaben der Vereinigung wurde erst am vergangenen Samstag der Leiter der Organisation "Tierra y Paz" (Erde und Frieden) getötet. Die Polizei fand seine Leiche Sonntagmorgen.

Die Arbeit der gesellschaftlichen Aktivisten sei "vollkommen legal". Der Staat müsse ihr Leben und ihre Unversehrtheit schützen, damit sie ihre Arbeit weiter machen könnten, hob Jara hervor. Die Aktivisten führten verschiedene Organisationen an, die sich für die Wahrung von Rechten der Bürger einsetzen.

Mit dem Friedensabkommen soll der seit 1964 andauernde Konflikt zwischen der Armee und der FARC, anderen linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs beigelegt werden, dem mehr als 260.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Etwa sieben Millionen Menschen wurden zur Flucht gezwungen, mehr als 60.000 werden vermisst.

Die FARC haben die Morde an sozialen Aktivisten mehrfach angeprangert. Sie befürchten eine ähnliche Gewaltwelle wie nach einem früheren Friedensprozess in den 1980er-Jahren. Damals waren etwa 3.000 linke Aktivisten der Partei UP von rechten Paramilitärs mit Unterstützung der Armee getötet worden. (APA, 31.1.2017)

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