Simon Frick: Viersaitig vielseitig

31. Jänner 2017, 16:35
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Der Violinist gastiert am Donnerstag im Vorarlberg-Museum in Bregenz

Bis dato gibt es sechs Tonträger von und mit Simon Frick. Aber: Der vitale Violinist gehört zu jenen Musikern, die man live erleben muss – zum Beispiel am Donnerstag im Vorarlberg-Museum in Bregenz. Nur live lässt sich wahrnehmen, dass das Klangspektrum von verzerrtem Kreischen und feinster Melodie, Geheul, Gezupf und mehr von Funk bis Flageolett tatsächlich aus dem vermeintlich wohlbekannten Instrument kommt.

Die vier Saiten und den Körper der Geige aktiviert der gnadenlose Rhythmusmensch und Metal-Fan mit diversen gefinkelten Methoden in unterschiedlichen Stellungen; der Fuß wippt nicht im Takt, sondern betätigt den Multieffekt. So bieten die Konzerte in Klubs, Konzertsälen und auf Festivalbühnen auch als Performance Grund zu staunen. Vor allem aber bieten sie die Chance, den Gesamtsound annähernd zu erfassen – und den außerordentlichen Anteil der Geige, die mehr mit sich machen lässt als virtuoses Fiedeln und Flitzen übers Griffbrett (Fiedelt und flitzt Frick? Versteht sich!).

Soundscape ist Simon Fricks Soloprogramm in Bandfassung: Gemeinsam mit dem 1983 geborenen, auch kompositorisch ambitionierten Konzertgeiger mit Spezialisierung im Fach des experimentellen Jazz und der Neuen Musik improvisieren Anna Anderluh (Gesang), Felipe Ramos (Bass) und Nikolaus Dolp (Schlagzeug). Letzterer ist auch, ebenso wie Simon Frick, Mitglied des Sextettes "Gnigler": Hier wird die Streicher- und Drumfraktion durch starke Bläser um Jakob Gnigler, den Namenspatron am Saxofon, auf Trab gehalten – nächstes Mal zu hören am 24.2. im Radiokulturhaus in Wien. (pen, 31.1.2017)

Do., 2.2., Vorarlberg-Museum, Bregenz, 20.00

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