Leipzig plant Wachablöse im deutschen Fußball

31. Jänner 2017, 14:26
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Vorstandsboss Oliver Mintzlaff will den deutschen Aufsteiger in den kommenden Jahren hoch hinauskatapultieren

Düsseldorf – RB Leipzig plant die Wachablösung im deutschen Fußball und will offenbar Bayern München den Rang ablaufen. "Auf Dauer wollen wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren regelmäßig international spielen und natürlich auch deutscher Meister werden", sagte Vorstandschef Oliver Mintzlaff am Dienstag.

Derzeit seien die Bayern Leipzig sportlich und vor allem bei der Infrastruktur noch meilenweit voraus. Das soll sich jedoch nach und nach ändern.

Nur das Beste ist gut genug

"Wir orientieren uns in allen Belangen an den Besten, und das sind in Deutschland eindeutig die Bayern. Von ihnen können wir noch eine Menge lernen", sagte der frühere Langstreckenläufer auf dem Sport- und Business-Kongress (Spobis) in Düsseldorf.

In der Premierensaison will Mintzlaff die Ziele aber noch nicht nach oben schrauben. "Wir schauen von Spiel zu Spiel. Wenn es dann schon in unserem ersten Bundesligajahr für das internationale Geschäft reicht, werden wir vorbereitet sein", sagte er vor dem Spitzenspiel am Samstag bei Vizemeister Borussia Dortmund (18.30 Uhr, Sky).

Dass die starken Leistungen Begehrlichkeiten wecken, ist Mintzlaff bewusst. Ein ähnliches Schicksal wie beim BVB, dem die Bayern regelmäßig die besten Spieler wegkaufte, befürchtet Mintzlaff aber nicht: "Unsere sportliche Führung hat ihre Hausaufgaben gemacht. Wir haben vorgesorgt. Die meisten unserer Spieler haben langfristigen Verträge, mit einigen verlängern wir gerade." Und im Übrigen: "Wenn der Preis stimmt, sind wir nicht abgeneigt."

Wichtig sei, dass der "Architekt" und "sportliche Motor" Ralf Rangnick sowie Trainer Ralph Hasenhüttl – beide haben einen Vertrag bis 2019 – ihre Philosophie weiterentwickeln können und dem Klub treu bleiben. "Aber auch ohne Mintzlaff, Rangnick und Hasenhüttl wird Leipzig weiter existieren", so der 41-Jährige, der Klubmäzen Dietrich Mateschitz als "wichtige Säule des Gesamtkonstrukts" bezeichnet.

Manager gesucht und gefunden

Mintzlaff, der für den Bereich Sport noch einen qualifizierten Manager sucht, der Rangnick entlasten kann ("Es ist nicht so einfach, jemanden zu finden, der mit Rangnick kompatibel ist"), sieht Leipzig für die Zukunft glänzend aufgestellt, auch wenn in einigen Bereichen, etwa dem kaufmännischen, noch Nachholbedarf bestehe. Für Marketing, Merchandising und Kommunikation habe man aber bereits die passende Lösung gefunden, verriet Mintzlaff, ohne Namen zu nennen.

Wichtig sei zudem, dass Kauf der Red-Bull-Arena über die Bühne gebracht werde, um sich für die Zukunft zu rüsten. Das WM-Stadion soll dann möglichst schnell von 42.500 auf 57.000 Plätze aufgestockt werden, um den neuen Bedürfnissen gerecht zu werden. (sid, red, 31.1.2017)

  • Leipzigs Vorstandsvorsitzender Oliver Mintzlaff (li.) und Manager Ralf Rangnick haben gut lachen. Für die Rasenballer läuft es in der deutschen Liga besser als erwartet. Zufrieden gibt man sich damit aber nicht.
    foto: apa/afp/robert michael

    Leipzigs Vorstandsvorsitzender Oliver Mintzlaff (li.) und Manager Ralf Rangnick haben gut lachen. Für die Rasenballer läuft es in der deutschen Liga besser als erwartet. Zufrieden gibt man sich damit aber nicht.

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