241 Mitarbeiter betroffen: Frühere Vögele Shoes ist pleite

31. Jänner 2017, 16:39
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Die bisher als Vögele Shoes bekannte Schuh & Schuh hat Passiva von zehn Millionen Euro angehäuft

Wien – Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen: Österreichs Schuhhandel durchläuft eine rasante Marktbereinigung. Den Anfang machte Leder & Schuh, die sich nach strategischen Fehltritten und hohen Verlusten im großen Stil von Filialen, Marken, Mitarbeitern und Immobilien trennte. Nun zieht eine Schuhkette mit 49 Standorten und 241 Mitarbeitern die Reißleine: Die Schuh & Schuh PKTS, die bis vor rund einem Jahr noch unter Vögele Shoes in Österreich vertreten war, ist insolvent.

Die Pleite überrascht Mitbewerber nicht: Die Branche sei überbesetzt, Händler mit einem schlechten Standortportfolio glitten angesichts starker Konkurrenz durch Internetanbieter wie Zalando und expandierende Ketten wie Deichmann und CCC ins Abseits. Andere schwächelnde Händler sorgten durch hohe Abverkäufe und Rabatte für zusätzlichen Preisdruck.

Seit Jahren Verluste

Die ehemalige Vögele Shoes in Österreich steckt seit Jahren in der Verlustzone fest. 2015 summierte sich das Minus laut Bilanz auf drei Millionen Euro bei Umsätzen von 47 Millionen Euro. Zehn Jahre zuvor setzten 560 Beschäftigte noch fast 70 Millionen um. Die erste Filiale eröffnete hierzulande 1974 in Bregenz. Eigentümer war bis 2015 das Schweizer Familienunternehmen Karl Vögele AG, nicht zu verwechseln mit der von anderen Familienmitgliedern geführten Textilgruppe Charles Vögele. Seit Ende 2015 gibt eine deutsche, branchenfremde Private-Equity-Firma den Schritt vor – der Name Vögele verschwand. Versuche, strategische Partner in Österreich zu finden, waren zuvor misslungen.

Jetzt stehen Passiva von zehn Millionen Euro in den Büchern, 3,6 sind laut Schuh & Schuh zu berücksichtigen. Über die Aufgabe unrentabler Shops und dank neuer Investoren wolle der Betrieb die Sanierung schaffen, berichten die Kreditschützer Creditreform, KSV und AKV. Bisherige Gespräche dazu blieben ohne Ergebnis.

Gerhard Zimmermann, der als Chef von CCC einzelne vormalige Vögele-Flächen übernommen hat, ist am verbliebenen Filialnetz der Schuh & Schuh nicht interessiert. Er sei skeptisch, sagt er, ob sich dafür Geldgeber finden ließen. (Verena Kainrath, 31.1.2017)

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