Schweizer Forscher verbesserten Vorhersage von Schneebrettlawinen

31. Jänner 2017, 16:27
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Neues Prognosemodell bewährte sich in ersten Simulationen

Lausanne – Um Lawinen vorhersagen zu können, braucht es Simulationen, die die Vorgänge bei der Lawinenbildung möglichst realistisch modellieren. Forscher ETH Lausanne (EPFL) stellten nun ein neues Modell für Schneebrettlawinen vor, das sich in Tests mit einer Vielzahl von Daten aus Feldstudien bewährt hat-

Eine Schneebrettlawine entsteht, wenn in einer Schicht in der Schneedecke die Eiskristalle besonders schwach miteinander verbunden sind. Bei einer solchen "Schwachschicht" kann eine lokale Überbelastung, zum Beispiel ein darüber fahrender Skifahrer, den Prozess ins Rollen bringen: Erst brechen einzelne, dann immer mehr Verbindungen zwischen den Eiskristallen.

Erreicht der Bruch eine kritische Länge, breitet er sich blitzartig entlang der Schwachschicht unter dem Schneebrett aus. Binnen Sekunden können sich so große Teile der Schneedecke als Schneebrettlawine lösen.

Komplexe Faktoren

Bisherige Simulationen bildeten diese Vorgänge nur unzureichend ab, wie die Forscher in einer Mitteilung schrieben. So berücksichtigten die ersten Modelle die Eigenschaften der Schwachschicht zu wenig. Spätere Simulationen rückten diese zwar in den Fokus, allerdings wirkte sich darin die Hangneigung kaum auf die nötige kritische Bruchlänge für einen Lawinenabgang aus. Dies läuft jedoch der Beobachtung zuwider, dass Lawinen umso leichter abgehen, je steiler das Gelände ist.

Auf Basis dieser früheren Ansätze entwickelten die Forscher das neue Modell, das sie kürzlich im Fachblatt "The Cryosphere" vorstellten. Diese Simulation berücksichtige erstmals auch das komplexe Zusammenspiel zwischen dem mechanischen Verhalten der Schwachschicht und der Elastizität des darüberliegenden Schneebretts. Mit dem neuen Ansatz lasse sich die Schneedeckenstabilität künftig besser beurteilen, letztlich ermögliche die Methode damit genauere Lawinenwarnungen, so die Forscher. (APA, 31.1.2017)

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